Freitag, 25. Dezember 2015

Krippe und Kreuz - so nah, wie selten

Heilige Nacht - Heiliger Tag

Krippe und Kreuz sind einander in diesem Jahr in besonderer Weise nahe.

Dieses Jahr steht das hochheilige Weihnachtsfest unter einem „besonderen Stern“. 

Das Licht der Gnade im Jahr der Barmherzigkeit erhellt die Wege des Kirchenjahres für alle, die das Erbarmen GOTTES erflehen und empfangen wollen. 
Vielleicht verwundert das Motiv ein wenig. Es ist anders, als die üblichen Weihnachtsdarstellungen. Es zeigt unsere private Krippe, die uns den ganzen Spannungsbogen und den ganzen, tiefen Ernst der Erlösung jedes Jahr neu vor Augen führt. Krippe und Kreuz sind vor allem dieses Jahr wieder in ganz enger Weise verbunden. 

Donnerstag – Heilige Nacht Freitag – erster Weihnachtsfeiertag.

Am Donnerstag gedenken wir jede Woche in besonderer Weise der Ölbergstunden JESU. Heuer sind die zwei „heiligen Nächte“ der Erlösungsgeschichte in beeindruckender Weise eins. Die Weihnacht trifft in weitem Bogen mit der Ölbergnacht zusammen. 

Es war Nacht, als der HERR, das LEBENDIGE LICHT, durch die heiligste Pforte – MARIA – in die verlorene Weltnacht eintrat. 
Es war wiederum Nacht, als das LICHT DER WELT – JESUS CHRISTUS – der Finsternis ausgeliefert wurde, um uns zu erlösen und durch die heiligste Pforte – SEIN geöffnetes Herz – wieder durch das Osterlicht heim zum VATER ins ewige Licht zu führen. 
Weihnacht: „Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Thron herab als harter Krieger mitten in das dem Verderben geweihte Land.“ (Weis 18,14-15)
Gründonnerstagnacht: „Aber das ist eure Stunde, jetzt hat die Finsternis die Macht. Darauf nahmen sie ihn fest, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters.“… (Lk 22,53b-54a)

Freitags gedenken wir einerseits des 6. Schöpfungstages, an dem GOTT einst im Paradies den Menschen als heilige Krone der Schöpfung ins Leben rief. 
Andererseits begehen wir den Freitag auch im besonderen Blick auf das Kreuzesgeheimnis. Der HERR erschuf im Erlösungswerk des Kreuzesopfers den Menschen neu. Aus der geöffneten Seite und dem Blut des LAMMES sind wir durch die Taufe als Neuschöpfung wiedergeboren. 

Und dieses Jahr feiern wir an einem Freitag das Hochfest der Geburt des NEUEN ADAM, beten den neugeborenen KÖNIG und ERLÖSER in der Krippe voll Ehrfurcht an – IHN, DER für uns Mensch wurde, den Sühnetod für uns erlitten hat, starb und auferstand, damit auch wir einst auferstehen. 

Unsere Krippendarstellung will die ganze Spannbreite dieser unfassbaren Liebe GOTTES sichtbar werden lassen - in der Einheit von Krippe und Kreuz - in denen Leben und Heil liegen. 

(übrigens setzt sich dieses Geheimnis im Spannungsbogen im Kirchenjahr fort: Maria Verkündigung ist 2016 am Karfreitag und wird deshalb verschoben - zeigt aber dennoch eindrucksvoll, was Ursprung und Ziel der Menschwerdung JESU ist - die Erlösung des Menschen.)

Gedanken im Blick auf die Hände des ERLÖSERS.

Heilige Hände des ewig EINEN – in der Krippe und am Kreuz!

SEINE Hände heilen, richten auf, 
umfangen voll Liebe, weisen den Weg zum Himmel, 
arbeiten und erheben sich zum Gebet.
SEINE Hände helfen voll Erbarmen 
und berühren alles mit dem Wunder der Gnade.

SEINE Hände - in Bethlehem so klein und zart,
die sich uns im KIND in der Krippe so lieblich entgegenstrecken
sind die gleichen Hände, 
die sich auch für ans Kreuz schlagen lassen, sich binden lassen,
damit wir von Sünden frei werden, entbunden – neu geboren werden dürfen,
damit wir unser Hände und unsere Stimme wieder zum Himmel erheben können.

SEINE Hände werden gebunden - für unsere Freiheit!
SEINE Hände werden verwundet und durchbohrt - für unser Heil!
SEINE Hände breiten sich weit - mit ausgerenkten Armen 
um auch Dich und mich zu erreichen und zu berühren, 
wenn der neugeborene ERLÖSER mit dem zarten Stimmchen des göttlichen Kindes weint
und der sterbende HERR am Kreuz mit letzter Kraft in Agonie ersterbend flüstert: 

"MICH dürstet!"
und damit Dich und mich meint! 
Göttlicher Durst in der Krippe und am Kreuz.
Im ewigen Heute warten die ausgebreiteten Arme des ERLÖSERS, 
warten sehnsuchtsvoll auf Dich und mich! 

Werden wir antworten und IHM geben, wonach IHN dürstet? 
Werden wir IHM all unsere Schuld und Sünde, unser Leben geben, 
in aufrichtigem, reuevollem Bekenntnis,
damit die Wasser des Heils fließen, 
die Wasser der Erlösung, 
im Sakrament der Versöhnung,
im Sakrament der wiedergefundenen Freiheit und Freude.

Werden wir antworten und IHM geben, wonach IHN dürstet? 
Werden wir IHM all unsere Schuld und Sünde, unser ganzes Leben geben, 
in aufrichtigem, reuevollem Bekenntnis,
damit die Wasser des Heils fließen, 
die Wasser der Erlösung, 
nach denen der HERR für uns dürstet 
und die SEINE barmherzigen, liebenden Hände schenken wollen?

Krippe und Kreuz 
zeigen uns die wahre Dimension der göttlichen Barmherzigkeit, 
die ausgebreiteten Arme und das geöffnete Herz, 
die uns für die Ewigkeit aufnehmen möchten. 
Eilen wir den Armen des göttlichen KINDES und KÖNIGS
hoffnungsfroh und voll Freude entgegen.

Von tiefer Ehrfurcht, Staunen und dankbarer Freude erfüllt, 
wünschen wir allen ein gesegnetes Hochfest der Geburt unseres KÖNIGS und ERLÖSERS JESUS CHRISTUS und alle Fülle des Segens und der Gnade für das kommende Jahr der Barmherzigkeit. 

Textauszug aus unserem Weihnachtsbrief 2015
Michaela Voss / Doreén Knopf