Donnerstag, 17. April 2014

Gründonnerstag


 
Gründonnerstag - Tag der Einsetzung der Heiligsten Eucharistie

"Wenn die Wandlungsworte gesprochen werden, dann ist das, was damals war – heute!
Wenn der Priester das Wort Jesu spricht, dann spricht der Herr selbst und weil Gott die Wahrheit ist, weil sein Wort Leben und Wahrheit ist, deshalb geschieht hier, was Gott spricht und ist tiefste Wirklichkeit!
So wie die Schöpfung wurde, weil Gott sprach, so sind wir nun mitten im Heilsgeschehen, weil Gott spricht – was ist – Neuschöpfung! !
[...]


„Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“

Der Priester erhebt den Leib des Herrn. Er darf ihn festhalten, darf ihn berühren.
Wir erinnern uns an das Osterevangelium, als Jesus Maria von Magdala erscheint und sie ihn erst für den Gärtner hält. Als er ihren Namen ausspricht, erkennt sie ihn und will ihn wohl festhalten, denn Jesus sagt zu ihr: „Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.“ (vgl. Joh 20,14-17)
Wenn der Priester die eucharistischen Gaben emporhebt, ist es oft weniger er, der ihn hält. Es ist vielmehr so, dass der Priester sich gleichsam an ihm festhält, von ihm umfangen und emporgetragen wird. Es nicht nur der gekreuzigte Herr, es ist auch der Auferstandene, den Maria von Magdala nicht festhalten durfte. Der Priester aber darf Ihn halten!
Stellvertretend für das ganze Volk Gottes umklammert der Priester die Brust des Herrn, hängt gleichsam an ihm – von dem alle Schöpfung abhängt!

In diesem heiligen Geschehen ist er so mit dem Herrn verwoben, dass er auf einzigartige Weise eins mit ihm ist und der Herr nimmt ihn hinauf, in die Mitte des Geheimnisses der Liebe Gottes, an sein göttliches, liebendes Herz und im Priester uns alle!
Sein Leib, das bedeutet auch, dass hier nicht nur der gekreuzigte Herr gegenwärtig wird. Das Opfer der Erlösung am Kreuz ist wohl das tiefste Geheimnis unserer Rettung, aber ist es nicht auch das Kind von Bethlehem, das in den Händen des Geweihten aufleuchtet?
Im „ewigen Heute Gottes“ ist er auch gegenwärtig in der Wahrheit des Beginns seiner Hingabe bis zur Ewigkeit hin: Er, noch ganz verborgen im Leib Mariens bis Weihnachten, dann als Kind und auch als der Herr, der uns im Wort den Vater zeigt, der die Menschen durch die leibhaftige Berührung seiner liebenden, segnenden Hände heilte, …!
Das ist er, der Auferstandene mit den leuchtenden Malen seines Kreuzesopfers, und zuletzt auch er, der zur Rechten des Vaters sitzt und ewig herrschen wird.
Er ist ganz und gar hier in den Händen des Priesters gegenwärtig und wir dürfen ihn anschauen.

Diese kleine, weiße Hostie ist die Türe, das Fenster zum Geheimnis der ewigen Liebe!
Diese kleine, weiße Hostie trägt verborgen das heiligste Mysterium der ewigen Liebe Gottes und wir dürfen mit unseren äußeren Augen die äußere „Hülle“ betrachten, um in der Gnade des Heiligen Geistes mit den inneren Augen die ganze innere Wirklichkeit der Heiligen Eucharistie zu schauen!
...

„Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle (viele) vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

„Mein Blut, das für euch vergossen wird.“

Nicht so sehr die Sünde, als vielmehr die Liebe, öffnete dem Herrn am Kreuz das Herz!
Die Liebe hat ihn dazu bewegt, für uns – seine Geliebten – alles, ganz und gar alles zu geben! Aus diesem geöffneten Herzen fließt in den heiligen Wandlungsworten der Strom des Lebens, der nie endende Strom der Erlösung, der Reinigung und Rechtfertigung, aber auch der Strom, der den Kelch der „Ketubah“, des „Ehebundes“ zwischen Gott und Kirche, zwischen Gott und Mensch füllen will! Die heilende, erneuernde Flut der Erlösung fließt in den Kelch hinein und er quillt gleichsam über."






Videolink: http://youtu.be/Kf9KJhfCWV0

Gottheit tief verborgen (Adoro te devote)

Gottheit tief verborgen, betend nah ich Dir.
Unter diesen Zeichen bist Du wahrhaft hier.
Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich Dir mich hin,
weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.

Augen, Mund und Hände täuschen sich in Dir,
doch des Wortes Botschaft offenbart Dich mir.
Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an;
er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.


Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot,
bet ich dennoch gläubig: „Du mein Herr und Gott!“
Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,
fester laß die Hoffnung, treu die Liebe sein.

Denkmal, das uns mahnet an des Herren Tod!
Du gibst uns das Leben, o lebendig Brot.
Werde gnädig Nahrung meinem Geiste, Du,
dass er Deine Wonnen koste immerzu.

Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht,
stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht:
Laß die Schleier fallen einst in Deinem Licht,
dass ich selig schaue, Herr, Dein Angesicht.

Thomas von Aquin



Last Supper 1685. СПМЗ (gemeinfrei via Wikimedia)
ERSTE LESUNG Ex 12, 1-8.11-14
Lesung aus dem Buch Exodus

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose und Aaron in Ägypten:
Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der Erste unter den Monaten des Jahres gelten.
Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus.
Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wie viel der Einzelne essen kann.

Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen.
Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Gegen Abend soll die ganze versammelte Gemeinde Israel die Lämmer schlachten.
Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man das Lamm essen will.
Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen.

So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn.
In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr.
Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu eurem Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen, und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich in Ägypten dreinschlage.
Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!


ZWEITE LESUNG 1 Kor 11, 23-26
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Brüder!
Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.



EVANGELIUM Joh 13, 1-15
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.

Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern.
Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.

Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.
Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.
Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.

Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.
Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?

Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es.

Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.
Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

(aus dem Schott-Messbuch)


Videolink: http://youtu.be/aJ4tEFPuhYI