Sonntag, 19. Januar 2014

GLAUBENsWISSEN - FAMILIARIS CONSORTIO

WISSEN zum Mitreden

Mittlerweile ist es längst in aller Munde: Die Außerordentlichen Bischofssynode 2014 in Rom mit dem Thema: „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“. 
Wie immer diskutiert "man" schon im Vorfeld kontrovers. Zunächst geht es dabei hauptsächlich um die "berühmten Fragebögen" und dann schon gleich um Forderungen nach Änderung von Moral und Lehre und natürlich dürfen auch die Schlagzeilen zu Verhütung, Frauenpriestertum und Zölibat fehlen nicht. Dabei ist es fast immer das gleiche Schema: 
Am liebsten diskutieren alle 
lediglich auf der Grundlage von mehr oder weniger guten Zeitungsartikeln
mit buntem, beschränkten Schlagzeilenwissen 
und meist ohne solide Hintergrundkenntnisse.
Aber - man diskutiert absolut selbstbewusst 
und mit voller Überzeugung 
wenn auch oft schlecht informiert 
und mit minderem Halbwissen ausgestattet.
Das ist dann oft nicht nur peinlich, 
sondern zutiefst sinnlos, fruchtlos 
und obendrein auch noch in vielen Argumentationen gottlos! 
Darum ein neues Angebot hier im BLOG:

Grafik: © Michaela Voss


Denn wer mitreden will, sollte zumindest informiert sein und die Grundregeln beachten. 
Der Petrusbrief fasst es in einem kurzen Satz:
"...haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt" (1Petr 3,15)


3 Punkte für christliches Reden:
  1. Christus, den Herrn, im Herzen heilig halten. Das bedeutet, es geht als Maßstab für die grundlegenden Fragen nicht einfach nach dem Prinzip von Lust, Laune oder Genderindoktrination und "Zeitgeist" (was auch immer das gerade für ein Schreckgespenst sein mag).
    Maßstab und Grundlage sind die Gebote Gottes und das Evangelium Christi. Maß und Grundlage sind die Botschaft von Umkehr und Erlösung und die Befreiung vom Fluch der Sünde zur Freiheit der Kinder Gottes (die wir NICHT "als Vorwand für das Fleisch" mißbrauchen vgl. Gal 5,13). 
    Es geht nicht darum, uns selbst zu verwirklichen, unsere Pläne zu rechtfertigen, ... sondern in der Verwirklichung des Heilsplanes Gottes wird der Mensch durch Umkehr und Erlösung erst wieder "wirklich selbst". 
  2. Bereitschaft zu Rede und Antwort.
    "Rede und Antwort" heißt nicht, dass man immer und überall seinen "halbgaren Senf" dazu geben soll, sondern dass es ein Niveau gibt, das der Würde und Wichtigkeit der Fragen entspricht.
    Rede und Antwort"
    - das sind etwas gänzlich anderes als "Klatsch und Tratsch", die hauptsächlich vom "Hörensagen" und aus zweifelhafter Quelle kommen.
    "
    Rede und Antwort"
      - das setzt Wissen voraus, das fundiert und sachlich ist und sich nicht in Menschenfurcht, Streiterei oder schwammigem Toleranzgeschwafel ergeht.
    Bereitschaft zu 
    Rede und Antwort"  - das setzt voraus, dass man bereit ist, der Wahrheit die Ehre zu geben, das Wort Gottes zu kennen und sich dazu auch freimütig zu be-kennen - ob die eine Wahrheit nun der Gesellschaft augenblicklich "schmeckt" oder eben nicht.
    Diese Bereitschaft erfordert Demut! (Demut = Mut zur ganzen Wahrheit)
    Diese Bereitschaft verlangt von den Zeugen des Evangeliums auch den Mut zum Opfer und zur Lebenshingabe in der Nachfolge des Herrn, der von sich selbst sagt, dass er "der Weg, das Leben und die Wahrheit ist" und zwar ohne Abstriche, faule Kompromisse, fadenscheinige Ausreden, Schönrederei oder Anpassungsoptionen ...! Die Liebe und Barmherzigkeit des Evangeliums besteht in der ehrlichen "Zumutung" der ganzen Wahrheit, die uns von Sünde und Schuld frei macht - nicht in "Weichspültheologie", die letztlich dem Menschen jede wahre Würde aberkennt, in der er durchaus in der Lage ist, die Wahrheit zu ertragen. Wer meint, dass man alles "soft und umweltvertäglich" verwischen und nach Geschmack verwässern kann, betrügt die Menschen. Der Mensch ist würdig, dass man ihm das ganze Evangelium mit seinem verbindlichen Anspruch verkündet, damit er auch in Wahrheit frei wird - statt mit "Self-made-Theologie" den Menschen vorzugaukeln, dass die Fesseln der Sünde nur moderner Modeschmuck seien und es völlig tolerierbar wäre, wenn man es sich im Elend einfach nur ein wenig gemütlicher einrichtet - statt aufzubrechen, umzukehren und durch die Erlösung in Christus zurück zum Vater im Himmel zu kommen, bei dem Heil und Leben ist.
    Es ist Betrug, den Menschen die Chance auf echte Umkehr zu rauben, wenn man nicht bereit wäre, "Rede und Antwort" nach dem Evangelium zu geben und Christus, den Herrn auf diese Weise wahrhaft heilig zu halten, in seinem Erlöserwerk!
  3. Rede und Antwort denen, die nach der Hoffnung fragen, die uns erfüllt.
    Das ist ein wichtiges Kriterium. Wir sind nicht aufgerufen, dass wir immer und überall kontroverse, fruchtlose, zeitraubende und am Ende nichts ergebende Diskussionen über Themen führen, die gar nicht zur Debatte stehen (wie etwa die Gebote Gottes). (vgl. 1Tim 6,3-5)
    Im Timotheusbrief lesen wir die weise Mahnung:
     "Lass dich nicht auf törichte und unsinnige Auseinandersetzungen ein" (2Tim 2,23) Wenn jedoch jemand ernsthaft fragt, sollten wir eine klare und glaubhafte Antwort geben können.
    Es ist aber ebenso wichtig zu erkennen, wann Fragen mehr "rethorischer Natur" sind und wann der Fragende vielleicht einfach nur seinen Frust loswerden, seine Meinung kundtun will oder schlicht nur einen spannenden Streit vom Zaun brechen möchte. Hier gilt oftmals, dass man Christus im Herzen heilig halten soll, ohne sich auf unsinnige Diskussionen einzulassen, die nicht echtem Interesse entspringen.
    Man merkt sehr schnell, wo das Ziel gesteckt ist und tut gut daran, sachlich zu bleiben, aber nicht unnötigerweise endlose Streitgespräche zu führen.
    Oft braucht es vielleicht noch mehr Zeit und Gebet, bis zumindest eine respektvolle Offenheit entsteht, in der die Wahrheit auch Boden für Aufnahme findet. Es geht um unsere Hoffnung, um unseren Glauben, dessen Verkündigung uns aufgetragen ist.
    Es geht nicht um Rechthaberei, nicht um Strategien, nicht um Ansehen, ... sondern um die Gabe des Zeugnisses, das im Heiligen Geist wirksam sein will und auch oft in der Weisheit des Kreuzesgeheimnisses zunächst gar nicht nach "Sieg" aussieht, sondern Opfermut und Geduld, Liebe und Güte kostet ...!
Gerade lebensnahe Themen, alltagsrelevante Fragen, die noch dazu für die Allgemeinheit bereits ohne Gott entschieden wurden und ohne Gottes Gebot gelebt werden, fordern die ganze Sensibilität und zugleich Stärke, Güte und zugleich Bestimmtheit, Liebe und zugleich Klarheit, Erbarmen ohne lügnerische oder würdelose Toleranz, Geduld ohne falsche Zugeständnisse ...!
Grafik: © Michaela Voss

Ehe und Familie - Thema der dritten, außerordentliche Generalversammlung der Bischofssynode vom 05. bis 19. Oktober 2014 im Vatikan. 

Es gilt im Gebet schon heute daran teilzunehmen und die Wege geistlich für die Gnade zu bereiten.
Täglich ein Ave und ein Vaterunser wären ein wesentlicher Beitrag dazu und wir laden dazu herzlich ein.

In allem dürfen wir der Gnade Raum geben und es ist wichtig, dass die Gläubigen sich in verschiedener Weise im GEIST GOTTES beteiligen, so dass diese Synode gesegnet wird und nicht in rein menschlichen Debatten untergeht ...

Es werden auch im Alltag auf uns Christen viele ehrliche Fragen, sinnvolle Diskussionen und Gespräche heran kommen und wir dürfen diese Chancen für Christus nutzen - denn auch für uns gilt: "seid bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt"

Das setzt zunächst aber voraus, dass man sich informiert und weiß, wovon man redet. Dazu genügt es nicht, nur einfach schnell die Schlagzeilen der Medien zu überfliegen.

Papst Johannes Paul II hat uns beispielsweise kostbare Dokumente hinterlassen, die wir zumindest in Ausschnitten kennen sollten.


Darum starten wir heute das Projekt: GLAUBENsWISSEN


In gewissen Abständen werden wir hier wichtige Dokumente in Auszügen zitieren und immer wieder neu zur Betrachtung einladen, die uns helfen kann, die wertvollen Argumentationen und Gedanken ... und die Botschaft des Evangeliums zu verinnerlichen, damit wir auch wirklich Zeugnis ablegen können über das, was uns erfüllt.

Heute ein Anfang mit dem Apostolischen Schreiben FAMILIARIS CONSORTIO von Papst Johannes Paul II

Ehe und Familie 

"Viele Familien leben in dieser Situation 
in Treue zu den Werten, 
welche die Grundlage der Familie als Institution ausmachen. 

Andere sind ihren Aufgaben gegenüber unsicher und verwirrt 
oder sogar in Zweifel und fast in Unwissenheit 
über die letzte Bedeutung und die Wahrheit des ehelichen und familiären Lebens. 

Wieder andere sind durch ungerechte Situationen verschiedener Art 
in der Ausübung ihrer Grundrechte behindert.

In dem Wissen, daß Ehe und Familie zu den kostbarsten Gütern der Menschheit zählen, 
möchte die Kirche ihre Stimme und das Angebot ihrer Hilfe zu jenen gelangen lassen, 
die den Wert von Ehe und Familie bereits kennen und dementsprechend leben wollen, 
zu jenen, die unsicher und unruhig nach der Wahrheit suchen, 
sowie zu jenen, die ungerechterweise daran gehindert werden, 
ihre Auffassung von der Familie in Freiheit zu verwirklichen." 

(Apostolisches Schreiben FAMILIARIS CONSORTIO - Papst Johannes Paul II - Ausschnitt aus Nr. 1)


Gebet: 
HERR und SCHÖPFER!
VATER der Menschen!
DU hast Mann und Frau geschaffen, 
damit sie als lebendiges Abbild DEINER Liebe 
im Schutz und Gnadenstrom des heiligen Ehesakramentes
das Leben weitergeben.

DU hast Mann und Frau berufen, 
dass sie als heilige Ikone DEINES göttlichen Angesichtes 
in unverbrüchlicher Einheit, Treue und Liebe 
im heiligen Sakrament der Ehe
als Familie DEIN dreifaltiges Geheimnis verherrlicht.

DU hast Mann und Frau erwählt, 
in kostbarer Teilhabe an DEINEM göttlichen Schöpfungswerk 
DICH zu ehren und darin DIR ähnlich 
Leben und Liebe zu schenken, 
Leben und Liebe zu empfangen 
und so selbst vollendet zu werden,
zum Lob DEINER Herrlichkeit.

Schenke uns inmitten einer Welt voller Irrung und Wirrungen die Gnade, 
dass wir die Heiligkeit und den Glanz des ehelichen Sakramentes 
wieder ganz neu begreifen dürfen, 
um darin Kraft, Freude, Treue und Liebe zu schöpfen, 
aus DEINER Gnadenfülle, die DU uns schenken willst.

Schütze und segne die sakramentale Ehe und ihre Wertschätzung;
DIR zur Ehre und der ganzen Welt zum Heil.
Darum bitten wir DICH, gütiger VATER im Himmel,
durch JESUS CHRISTUS, DEINEN geliebten SOHN,
im Heiligen GEIST, DER die Wahrheit lehrt
und durch DEINE geliebte Kirche,
auf die Fürsprache MARIENS des Hl. JOSEFS, 
und aller Engel und Heiligen:
im Namen des VATERS
und des SOHNES
und des HL. GEISTES.

Amen.



© M.V.



HIER geht es zum biblischen Jahresmotto 2014


JAHR DER GOTTES-Ebenbildlichkeit in LIEBE und TREUE. 

Ein Jahr der Heiligung von Ehe und Taufbund.