Samstag, 28. Dezember 2013

28. Dezember - Gedenktag "Unschuldige Kinder"


"Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin.” (Mt 2, 13-18)

Wenn die Kirche heute der unschuldigen Kinder von Bethlehem gedenkt, deren Ermordung als ein "Rundumschlag" als "Sicherheitsmaßnahme" eines egomanischen Herrschers in der Heiligen Schrift erwähnt wird, dann ist das vielerorts Anlass, auch all der Kinder zu gedenken, die heute noch einen gewaltsamen Tod erleiden - z.B. der Millionen Abgetriebenen oder der kleinsten Opfer von Bürgerkriegen etc.

Der Kindermord in Bethlehem wird heute teilweise geleugnet (wie beinahe alles, was in der Heiligen Schrift steht). 

Mit sensationsgieriger Oberflächlichkeit werden "historische Aussagen" bemüht, deren Authentizität vor allem im mordernen Journalismus natürlich nur dann in Frage gestellt wird, wenn es gerade passend erscheint. Ansonsten kann man ja sehr leicht mit "historischen Phrasen" beeindrucken, denn die Menschen glauben heute offensichtlich alles, was die "Klugen" unserer Tage so von sich geben, selbst wenn täglich neu bewiesen wird, wie sehr es häufig an gründlicher Recherche und glaubwürdiger Aussage im Journalismus mangelt. Hauptsache, man kann einmal wieder sagen, dass man jetzt "ganz neu herausgefunden hat", dass das "alles ganz anders war", als man es bisher geglaubt hat. 

Dabei ist das "Lieblingskind" der Tagespresse natürlich weiterhin die Kirche, die kirchliche Tradition und alles, was unbequem sein könnte in der Heiligen Schrift.

Die Welt beispielsweise lässt ihre Leser am 24.12.2011 wissen, dass das alles mit dem bethlehemitischen Kindermord gar nicht wahr sein kann, weil sich beispielsweise keine weiteren Hinweise in anderen historischen Dokumenten finden lassen. Das liest sich im ersten Augenblick unglaublich "historisch" und sehr, sehr argumentativ: >>Doch den Kindermord zweifeln die Historiker
inzwischen an. Der römische Historiker Flavius Josephus, der in seinen Werken "Antiquitates Judaicae" und "De Bello Judaico" die Zeit und das Wirken von Herodes ausführlich beschreibt, erwähnt die Tat mit keinem Wort. Sinn macht sie indes für Matthäus und seinen theologischen Ansatz. Denn durch die Flucht von Maria und Joseph gelangt Jesus nach Ägypten. Damit aber wird das Wort des Propheten Hosea erfüllt: "Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen."<< 

Bei allen schriftlichen Belegen, die sich für die neutestamentarische Schriften aus den ersten zwei nachchristlichen Jahrhunderten finden lassen, hat natürlich "DIE WELT" oder "FOCUS" oder all die anderen "Meinungsmacher unserer Zeit" Zweifel an deren historischer Stichhaltigkeit - eigentlich aller Aussagen der Bibel (z.B. auch dieses Jahr wieder am ersten Weihnachtsfeiertag http://bit.ly/1buru2V)
Aus Prinzip vielleicht? Oder weil die Leute so gerne hören, dass alles sowieso nicht stimmt, was einem da von der Kirche und der Bibel erzählt wurde - denn dann hat man endlich den Anspruch los, der sich darin stellt? 
Es ist immer mehr ermüdend, stets die ähnlichen Phrasen zu lesen. Wer glaubt - zumindest, was die heilige Schrift angeht - der soll sich schämen und dumm fühlen. 
Dagegen ist man bei den "Schreiberlingen" der "Neuesten Erkenntnisse" sehr mutig im "neuen Glauben" an manche "andere Quelle" Dass hier vielleicht nicht der "theologische Ansatz" die Aussagen verfälscht haben könnte (wie es vom Autor des oben zitierten Artikels der Heiligen Schrift untergejubelt wird) sondern vielleicht "politische Ansätze", "selbstgefällige, soziale, royale, ... Ansätze" und diese Überlegungen ebenso einem "kritischen Blick" standhalten müssten, die hier als das "Neues Evangelium" präentiert werden, ... das hat man offensichtlich ausgeblendet. 
Man hat fast den Eindruck, dass ein neuer Glaube entsteht oder nötig ist, der sich durch die Fähigkeit hervortut, grundsätzlich erst einmal an allem zu zweifeln (außer an sich selbst) - und auf dieser Grundlage allgemeiner "Knatschigkeit", die erst einmal pubertär alles ablehnt was bisher Geltung hatte, eine neue Weltsicht zu erschaffen , die erst einmal prinzipiell "dagegen" ist. 

Der Kindermord in Bethlehem hat - ob man an seiner historischen Stichhaltigkeit zweifelt oder nicht - sein klares und unleugbares Pendant in unserer Gegenwart.

Wo Herodes damals für sich und seine Interessen ohne jede Rücksicht "über Leichen" geht, da ist das heute nicht viel anders. Um die eigenen Positionen zu halten, den Lebensstandard, die Macht, den Job, die Bequemlichkeit, soziale Rahmenbedingungen, etc. ... da werden auch heute Entscheidungen getroffen, denen unzählige Kinder zum Opfer fallen. Die Zahlen der Abtreibungen beispielsweise sind grauenvolle Zeugen einer solchen Politik der "Selbsterhaltung" und des "Selbstschutzes" aus unterschiedlichsten Motivationen heraus. Wenn man meint, dass es nur "einen guten Grund braucht, um das Töten zu rechtfertigen", der wird auch sehr leicht immer einen solchen Grund finden und selten hat man die Auswahl aus so vielen "guten Gründen" für das Töten, wie heute.  

Der heutige Tag gibt - ob man das in den Medien will oder nicht - den Kleinsten zumindest die Würde eines Gedenkens, des Mitleide(n)s mit ihnen. 
In all den Diskussionen um die "Rechte der Frau", die "biologische / reproduktive Gesundheit", ... etc. fehlt immer der Blick auf die "Rechte des Kindes", sein "Recht auf Unversehrtheit der Person" und ihr "Recht auf Leben" in Gesundheit UND Krankheit! 
Ein Gedenktag der unschuldigen Kinder macht auf unbequeme Weise im Kontext des biblischen Blutbades von Bethlehem die Grausamkeit unserer sterilen "Beseitigungsgesellschaft" bewusst, die sich darin wiederfinden muss, ob sie will oder nicht. Bei aller Nüchternheit und auch theologischer und historischer Kritikfähigkeit bleibt der Anspruch an den Augenblick, der uns helfen will den Weg des Heiles und die Gabe Gottes "für das Heute" zu finden, wo das "Gestern" uns vor Augen stellt, was wir sonst "betriebsblind" nicht erkennen würden - damit das "Morgen" besser werden kann ...!

Wer ohne besseres Wissen dennoch alles besser wissen will und jegliche andere Glaubwürdigkeit und Autorität untergräbt - offenbart seine groteske Unwissenheit und verliert selbst an Glaubwürdigkeit und Autorität - und dann wird jede Aussage letztlich bedeutungslos.


ERLÄUTERUNG ZUM EVANGELIUM  
Neben Verehrung und Anbetung stehen an der Wiege des Messiaskindes Hass und Verfolgung. Der „neugeborene König der Juden“ war unerwünscht. 

Als Herodes von ihm hörte, „erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem“ (Mt 2,3). So war nach der jüdischen Legende auch der Pharao erschrocken, als ihm die Geburt des Mose berichtet wurde. Aber hier ist mehr als Mose; hier ist der Befreier, der sein Volk von seinen Sünden erlösen soll (Mt 1,21). Das Geschick des Kindes lässt bereits die Zukunft ahnen: Jesus wird von seinem Volk verworfen. 

Die Geschichte von dem grausamen Kindermord kann nicht als unmöglich gelten; sie entspricht dem Charakter des Herodes, wie er uns auch aus anderen Quellen bekannt ist. Es kann aber auch nicht bezweifelt werden, dass dieser Teil der Kindheitsgeschichte Jesu von anderen Überlieferungen beeinflusst ist, vor allem von der Kindheitsgeschichte des Mose. Vom Alten Bund her deutet der Evangelist die Person Jesu, seine Sendung und sein Schicksal. - Zu 2,15: Hos 11,1. - Zu 2,18: Jer 31,15.
(Quelle: Schott-Messbuch)



SCHLUSSGEBET 
(28.Dezember - SchottMessbuch)

Herr, unser Gott,
du hast den Unschuldigen Kindern
die Krone der Märtyrer geschenkt,
obwohl sie noch nicht fähig waren,
deinen Sohn mit dem Munde zu bekennen.
Christus, für den sie gestorben sind,
schenke auch uns im Sakrament die Fülle des Heiles.
Er, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

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