Freitag, 6. Dezember 2013

06. Dezember - Heiliger Bischof Nikolaus

Nikola from 1294
By Aleksa Petrov [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Heilige Bischof Nikolaus

Er ist ein Heiliger, den man wie kaum sonst einen Heiligen verweltlicht und zu einem wirtschaftlich lukrativen, religiös anspruchslosen und entfremdeten "Weihnachtsmann" umfunktioniert hat. 

Doch bei all den Karrikaturen des Heiligen Nikolaus und auch aller historischer Unsicherheiten über ihn ist es umso wichtiger, das geistliche Gewicht und die Werte der Legenden zu kennen und in das Brauchtum wieder neu einzupflegen. Selbst wenn die Legenden "nur" Legenden sind, so sagen sie doch viel über die christlichen Werte aus, die seit Generationen in verschiedenster Weise (auch in Legendenform und frommen Sympbolgeschichten oder -Bildern) alltagsgerecht ausgedrückt werden. 

Einen interessanten Artikel des Historikers Michael Hesemann über die geschichtlichen Hintergründe der Nikolkausverehrung  findet man HIER bei kath.net


Lieber heiliger Nikolaus,
komm doch heut in unser Haus,
Lehr uns an die Armen denken,
laß uns teilen und verschenken,
Zeig uns, wie man fröhlich gibt,
wie man hilft und wie man liebt.


Nikolaus und die Geschenke
"Der Gedenktag des Heiligen ist mit vielen Bräuchen verbunden. Einige der Bräuche hängen ursprünglich mit der Perikopenordnung der Kirche zusammen. Am 6. Dezember war verbindlich die Perikope vom Gleichnis von den anvertrauten Talenten Mt 25,14–30 vorgesehen. Der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien', geht auf dieses Gleichnis zurück.

Der Einlegebrauch, das heißt das nächtliche Füllen der Schuhe oder ähnliches, basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom hl. Nikolaus beschenkt wurden. 
Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er dies auch heute noch. Erst der Ablehnung der Heiligenverehrung durch die Reformation wurde die Bescherung in vielen Ländern auf Weihnachten verlegt, und infolgedessen wurde Nikolaus als Gabenbringer mancherorts vom Christkind abgelöst; zum kulturgeschichtlichen Verhältnis zwischen Nikolaus und Christkind im Weihnachtsbrauchtum siehe den Artikel zu Letzterem. 
Im Zuge dieses wechselseitigen Verhältnisses hat sich im 19. Jahrhundert das US-amerikanische Brauchtum um den Weihnachtsmann Santa Claus entwickelt, die heute weltweit dominierende,... bestimmte Rezeption des heiligen Nikolaus." (Quelle: Wikipedia)

Hier in Kurzfassung einige Legenden über ihn
- Stratelatenwunder
- Mitgiftspende
- Stillung des Seesturms
- Kornwunder
- Heimführung eines verschleppten Kindes
- Wannen- und Säuglingswunder
- Bekehrung eines Juden durch das Nikolausbild
- Bekämpfung der Diana
- Rettung des ertrunkenen Sohnes
- Bestrafung und Begnadigung eines Betrügers
- Auferweckung der getöteten Scholaren
- Erweckung eines Jungen
- Quellenwunder am Grab
Saint Nikolay Chudotvorec
von Арманито (Eigenes Werk) [Public domain],
via Wikimedia Commons
Eine weitere interessante Seite mit Legenden, Brauchtum, Darstellungen, Liedern, Literatur und mehr über den Heiligen findet man auf www.nikolaus-von-myra.de



Ein Gedicht über die Legende des heiligen Nikolaus:


Komm, Mutter, bring das Licht herein!
Die Sonne ist hinunter;
Die dunkle Nacht bricht endlich ein -
O halt dein Wort jetzunder!
Erzähl' vom heil'gen Nikolaus,
Und teile dann Geschenke aus;
Er bringt so schöne Gaben
Den Mädchen und den Knaben!"

Die Mutter bringt sogleich das Licht,
Willfahrend gern der Bitte,
Und setzt mit lächelndem Gesicht
Sich in der Kinder Mitte.
Der Lampe Glanz beleuchtet klar
Der holden Kleinen muntre Schar;
Die Mutter, gut und weise,
Blickt froh umher im Kreise.

,,Es war einmal," fängt sie jetzt an,
,,Ein reicher Herr von Adel;
Herr Woldemar, ein braver Mann,
Trotz seiner Feinde Tadel.
Auch seine Töchter alle drei,
Sie waren fromm, geschickt dabei,
Von kindlichem Gemüte
Und hold wie Rosenblüte.

Der Feind raubt' ihnen Hab und Gut,
Und steckt ihr Schloß in Flammen;
Verscheucht von Wilder Krieger Wut,
Entfloh'n sie all zusammen.
Die Töchter und der Vater zieh'n
In eine ferne Gegend hin,
Und leben dort voll Jammer
In einer schlechten Kammer.

Den Vater macht das Elend krank;
Er hat nur Stroh zum Bette,
Kein Arzt fand sich, der einen Trank
Für ihn verschrieben hätte.
Der arme Kranke, lieber Gott,
Er hatte kaum das trockne Brot!
Die zarten Fräulein meinen
Fast zu vergeh'n vor Weinen.

Allein der kranke Vater spricht,
Und faltet fromm die Hände:
,,Ihr guten Kinder, weinet nicht,
Bald nimmt's mit mir ein Ende!
Ich alter Mann sink' bald hinab
Zu eurer Mutter in das Grab -
Und teil' nach diesen Leiden
Mit ihr des Himmels Freuden.

Doch wie wird es euch Waisen geh'n
In eurer zarten Jugend?
Ach niemand ist, euch beizusteh'n -
Zu schützen eure Tugend!
Ach einer falschen Schlange gleich
Bedrohet die Verführung euch!
O Gott! wollst dieser Armen
Dich väterlich erbarmen!"

Es war bereits um Mitternacht,
Da klopft man an dem Laden;
Kaum hat ein Fräulein aufgemacht -
,,Gott sei mit uns in Gnaden!" -
So flieget etwas, wie ein Stein,
Zum offnen Laden schwer herein -
Doch auf dem Boden rollte
Ein Beutel schwer von Golde!

Der Vater ruft: ,,Du guter Gott,
Du hast mein Fleh'n erhöret,
Und in der allergrößten Not
Uns reiche Hilf' gewähret!"
Die Töchter sinken auf die Knie,
Und freudeweinend danken sie;
In ihren nassen Blicken
Glänzt Freude und Entzücken.

Die Fräulein nun, geschäftig froh,
Für ihren Vater sorgen;
Im weichen Bette statt auf Stroh
Erblickt ihn schon der Morgen.
Die eine ruft den Arzt herbei,
Die andre holet die Arznei,
Die dritte steht am Herde,
Daß ihm bald Labung werde.

Die treue Pflege gibt dem Greis
Bald wieder neue Kräfte;
Schön ordnete der Fräulein Fleiß
Die häuslichen Geschäfte;
Der bravste Edelmann im Land
Bewarb sich bald um Emmas Hand;
Es folgen auf die Leiden
Des Hochzeitfestes Freuden!

Doch seufzet Woldemar zu Gott
Schon an dem nächsten Morgen:
,,Ach könnt ich noch vor meinem Tod'
Mein zweites Kind versorgen!
O Gott! schick nochmals Hilfe her,
Sonst weiß ich keine Hilfe mehr -
Ich hab' so viel gegeben,
Und selbst kaum mehr zu leben!"


Die beiden Fräulein bald darauf
In später Nacht noch spinnen;
Da ruft man: ,,Macht den Laden auf,
Ihr Kinderlein da drinnen!"
Kaum war der Laden aufgethan,
So wirft ein unbekannter Mann
Schon wieder Geld ins Zimmer -
Und schon seh'n sie ihn nimmer.

Die Fräulein achten dieses Glück
Als ein Geschenk von oben;
Sie danken mit entzücktem Blick
Dem guten Geber droben.
Die holde Bertha wurde bald
Die Braut des Ritters Theobald;
Der Vater folgt dem Paare
Voll Freude zum Altare.

Da fleht bei sich der alte Mann:
,,O Gott, noch eine Bitte
Sorg', wie du es für zwei gethan,
Auch für der Töchter dritte!
Nimm diesen Sorgenstein mir ab,
Dann schrecket mich nicht Tod und Grab;
O dann will ich mit Freuden
Zu meinen Vätern scheiden!"

Einst wachet er bei Mondenlicht,
Vertieft in frommes Flehen;
Ein Mann mit holdem Angesicht
Läßt sich am Fenster sehen -
Der wirft zum offnen Fensterlein
Zum dritten Male Geld herein,
Und schnell war er verschwunden
Und nirgends mehr gefunden.

Der Vater nimmt das Geld erfreut,
Für einen würd'gen Gatten
Das jüngste Fräulein, Adelheid,
Nun auch noch auszustatten.
Der frühern Ehen jedes Paar
Erscheinet auch am Traualtar,
Und dann beim Hochzeitsmahle,
Im kerzenhellen Saale.

,,Doch wer war jener fremde Mann,
Der unser Glück gegründet?"
Fängt jetzt der alte Vater an,
,,Wer ist's, der ihn ausfindet -
Den Menschenfreund voll Edelmut,
Der so im stillen Gutes thut?
Ach unsre Herzen brennen
Vergebens ihn zu kennen!"

Der Vater kommt im zehnten Jahr
Zur Hauptstadt in dem Lande;
Er sieht den Bischof am Altar
Im heiligen Gewande;
Und kennt sogleich das Angesicht,
Das er einst sah bei Mondenlicht,
An den so edlen Zügen
Mit himmlischem Vergnügen.

Sogleich berufet Woldemar,
Den Lieb und Dank entflammen,
Der Töchter, Söhne, Enkel Schar
Durch Boten schnell zusammen;
Und zu dem frommen Bischof führt
Er alle inniglich gerührt.
Sie fallen ihm zu Füßen
Und tausend Thränen fließen.

Der fromme edle Bischof spricht
Mit ruhiger Gebärde:
,,Ich that bloß meine Christenpflicht -
Erhebt euch von der Erde!
Was rühmt ihr mich geringen Mann?
Nur Gott im Himmel betet an;
Er, er nur kann uns retten
Aus allen unsern Nöten!

Der Unschuld drohet viel Gefahr
In dieser Welt voll Mängel;
Ein wahrer Christ sei immerdar
Für sie ein guter Engel
Der Erde Güter gab uns Gott
Zu lindern seiner Kinder Not;
Wer anders sie verwendet -
Seh' zu, wie es einst endet!"

Der Bischof war Sankt Nikolaus,
Zu dessen Angedenken
Wir Eltern jedes Kind im Haus
Noch heut' zu Tag beschenken.
Und weil er heimlich und bei Nacht
Die milden Gaben stets gebracht,
So werden sie euch eben
Auf solche Art gegeben.

Habt, Kinder, jenen Fräulein gleich,
Die Eltern stets in Ehren,
So wird der liebe Gott auch euch
Des Guten viel bescheren;
Ja seid, wie Nikolaus, stets gut,
Barmherzig, mild, voll Edelmut -
So wird nach diesem Leben
Euch Gott den Himmel geben.

Christoph Schmid  (1768 -1854)
(Quelle: http://www.weihnachtsgedichte.org/nikolausgedichte.php)


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6. Dezember - hl. NIkolaus, Bischof (+ um 350)
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Der hl. Nikolaus wurde zwischen 270 und 286 in Patara in Kleinasien geboren, als Todesjahr werden verschiedene Daten zwischen 326 und 365 angegeben. Er wird seit unvordenklichen Zeiten in Ost und West als Heiliger verehrt. Sein Feiertag ist der 6. Dezember.

Nikolaus wurde aus einer angesehenen Familie zu Patara in Lycien geboren; seine Eltern erhielten ihn von Gott auf ihr Gebet hin. Wie groß die Heiligkeit dieses Namens werden sollte, zeigte sich schon an seiner Wiege; denn während er als Säugling an den übrigen Tagen häufig nach Milch seiner Amme verlangte, tat er dies am Mittwoch und Freitag nur einmal und zwar erst am Abend. Diese Gewohnheit zu fasten behielt er sein ganzes Leben bei. Schon in der Jugend verlor er seine Eltern; sein ganzes Vermögen teilte er an die Armen aus. Von seiner christlichen Mildtätigkeit wird folgendes hervorleuchtendes Beispiel berichtet: Ein armer Mitbürger von ihm hatte drei erwachsene Töchter; da er sie nicht verheiraten konnte, wollte er sie für Geld der Unzucht preisgeben. Als Nikolaus dies erfuhr, warf er ihm des Nachts durch das Fenster soviel Geld hinein, als zur Ausstattung seiner Töchter genügte. Dies tat er noch ein zweites und drittes Mal. So konnten dann alle drei Mädchen sich mit ehrbaren Männern verheiraten. (4. Lesung)

Da er sich nun ganz Gott weihen wollte, pilgerte er nach Palästina, um die heiligen Stätten zu besuchen und zu verehren. Als er darum aufs Schiff ging, sagte er den Schiffern obwohl der Himmel ganz heiter und die See ruhig war, einen furchtbaren Sturm voraus; dieser kam auch bald und alle schwebten in höchster Gefahr; da stillte er ihn wieder auf wunderbare Weise durch sein Gebet. In seine Heimat zurückgekehrt, gab er allen ein hervorragendes Beispiel von Heiligkeit. Auf Eingebung Gottes hin kam er einmal nach Myra, der Hauptstadt von Lycien, als gerade der Bischof dieser Stadt gestorben war und die Bischöfe dieser Provinz über die Wahl des Nachfolgers berieten. Dabei erhielten sie vom Himmel die Weisung, sie sollten den wählen, der am nächsten Tage in der Frühe zuerst in die Kirche kommt und Nikolaus heißt. Man gab also acht und traf Nikolaus an der Tür der Kirche; daraufhin wurde er mit der größten Einmütigkeit zum Bischof von Myra gewählt. Auch als Bischof behielt er die Keuschheit, die er stets unbefleckt bewahrt hatte, den Ernst, den Eifer im Gebete, die Wachen, die Enthaltsamkeit, Freigebigkeit und Gastfreundschaft, die Sanftmut im Ermahnen, die Strenge beim Tadeln für immer bei. (5. Lesung)

Die Witwen und Waisen unterstützte er mit Geld, durch Rat und Tat; den Unterdrückten stand er bereitwillig bei; sogar drei Tribunen, die infolge verleumderischer Anklage vom Kaiser Konstantin verurteilt wurden und sich wegen des Rufes seiner Wunder aus weiter Ferne seinem Gebet empfahlen, erwirkte er die Begnadigung, da er noch bei Lebzeiten dem Kaiser erschien und ihn durch Drohungen von der Hinrichtung abschreckte. Da er gegen den Erlaß der Kaiser Diokletian und Marimian den wahren christlichen Glauben in Myra verkündigte, wurde er von den Soldaten dieser Kaiser ergriffen, weit fortgeschleppt und in den Kerker geworfen. Dort blieb er bis zur Zeit des Kaisers Konstantin. Dieser ließ ihn wieder frei, und so konnte er nach Myra zurückkehren. Bald darauf ging er zur Kirchenversammlung nach Nizäa und verurteilte dort mit 318 Vätern die Irrlehre des Arius. Dann kehrte er zu seinem Bischofssitz zurück; kurze Zeit darauf fühlte er seinen Tod nahen. Da blickte er zum Himmel auf, sah, wie die Engel ihm entgegeneilten, betete den Psalm: Auf Dich, o Herr vertraue ich, und ging bei den Worten: In Deine Hände, Herr, befehle ich meinen Geist, in das himmlische Vaterland hinüber. Sein Leichnam wurde nach Bari in Apulien übertragen und wird dort mit größter Andacht und Feierlichkeit verehrt. (6. Lesung)

Oration:
Gott, Du hast den heiligen Bischof Nikolaus durch zahllose Wunder verherrlicht; gib, wir bitten Dich, daß wir durch seine Verdienste und Fürbitte von den Flammen der Hölle verschont werden; durch unsern Herrn.


(Quelle: Kalenderblatt zum 6. Dezember: http://www.institut-philipp-neri.de/katholisch/die-heiligen)