Sonntag, 13. Oktober 2013

13. Oktober im Jahr des Glaubens - Marianischer Tag

Maria - Wunder des Herrn. (Papst Franziskus am 13.10.2013)

Bei der heutigen Heiligen Messe auf dem Petersplatz sprach Papst Franziskus im Blick auf Maria über drei Punkte: 
- Gott überrascht uns
- Gott fordert Treue von uns
- Gott ist unsere Stärke. 

Auch die besondere Bedeutung der Dankbarkeit schnitt der Heilige Vater im Blick auf Maria an: 
"Schauen wir auf Maria: Das Erste, was sie nach der Verkündigung vollbringt, ist eine Tat der Nächstenliebe gegenüber ihrer alten Verwandten Elisabeth; und die ersten Worte, die sie spricht, sind: »Meine Seele preist die Größe des Herrn«, das Magnificat, ein Lob- und Dankgesang an Gott, nicht nur für das, was er in ihr gewirkt hat, sondern für sein Handeln in der gesamten Heilsgeschichte. 
Alles ist sein Geschenk; Er ist unsere Stärke! 
Dank sagen ist so einfach und doch so schwer! Wie oft sagen wir einander Dank in der Familie? Wie oft sagen wir Dank dem, der uns hilft, uns nahe ist, uns im Leben begleitet? Oft nehmen wir alles selbstverständlich! Und das geschieht auch Gott gegenüber."
(ganze Predigt HIER bei kath.net lesen)

Nach dem Gottesdienst weihte Papst Franziskus die ganze Welt Maria, wie bereits Pius XII. und Johannes Paul II. 

 
Die Predigt

 
Die Weihe an Maria


Das Weihegebet am 13.10.2013 (Papst Franziskus)

Selige Jungfrau Maria von Fatima,
Stets dankbar für deine mütterliche Gegenwart
Vereinen sich unsere Stimmen mit denen aller Generationen, 
Die dich selig preisen.

Wir feiern in dir die großen Werke Gottes, 
Der nicht müde wird, sich barmherzig der Menschheit zuzuneigen, 
Die vom Bösen bedrängt und von der Sünde verwundet ist, 
Um sie zu heilen und zu retten.

Nimm in mütterlicher Güte
Den Weiheakt an, den wir heute voller Vertrauen vollziehen, 
Im Angesicht Deines Bildes, das uns so teuer ist. 

Wir sind sicher, dass ein jeder von uns in deinen Augen wertvoll ist
Und dass dir nichts von dem fremd ist, was in unseren Herzen ist. 
Wir lassen uns von deinem liebevollen Blick berühren
Und wir empfangen die tröstende Zärtlichkeit Deines Lächelns.

Berge unser Leben in deinen Armen: 
Segne und stärke jedes Verlangen nach Gutem; 
Stärke und nähre den Glauben; 
Erhalte und erleuchte die Hoffnung, 
Erwecke und belebe die Liebe
Führe uns alle auf dem Weg der Heiligkeit. 

Lehre uns die besondere Liebe 
Für die Kleinen und Armen, 
Für die Ausgeschlossenen und die Leidenden, 
Für die Sünder und die im Herzen Verwirrten:
Sammle alle unter deinem Schutz
Und vertrau sie deinem geliebten Sohn an, unserm Herrn Jesus. 

Amen.

Arbeitsübersetzung: Radio Vatikan (rv 13.10.2013 mc)
(Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/10/13/weihegebet_des_papstes_an_die_muttergottes_von_fatima_(13._oktober/ted-736940 des Internetauftritts von Radio Vatikan) 


Zur Bedeutung und z.B. auch zum historischen Kontext veröffentlichte Zenit.org ein interessantes Interview mit Pater Carlos Cabecinhas, dem Rektor des Heiligtums Unserer Lieben Frau von Fatima:

"Die Jungfrau von Fatima hat die drei kleinen Hirten um die Weihe Russlands und der Welt an ihr unbeflecktes Herz gebeten. Können Sie uns den historischen Kontext schildern?
Pater Cabecinhas: Unsere Liebe Frau erbat diese Weihe Russlands und der Welt an ihr unbeflecktes Herz als einen Weg des Friedens in einer von Kriegen entzweiten Welt, die einen militanten Atheismus bekennende Regime hervorgebracht hat und auf die Verbannung Gottes aus dem Horizont der Menschheit abzielte.

Wurde die Weihe bereits in der Vergangenheit vollzogen? Wie oft geschah dies, und wer führte sie aus?

Pater Cabecinhas: Papst Pius XII. hat die Welt mehrmals der hl. Maria geweiht, doch Johannes Paul II. hat 1984 in Rom vor der Statue Unserer Lieben Frau von Fatima sowohl die Welt als auch Russland vereint mit den Bischöfen in aller Welt ihrem Unbefleckten Herzen geweiht. Danach bestätigte die Seherin Lucia, dass der Weiheakt im Einklang mit dem Wunsch der Gottesmutter stand. Im Jahr 2000 hat Wojtyla anlässlich des Jubiläums der Bischöfe das neue Jahrtausend Maria geweiht. Dies erfolgte erneut vor dem Bildnis der Gottesmutter in Rom." 
(HIER das ganze Interview)


Verschiedene Weihe-Gebete der Päpste 

(QUELLE: www.stjosef.at)


Weihegebet an die mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommene Jungfrau und Gottesmutter Maria
(verfaßt von Papst Pius XII. zur feierlichen Erklärung ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel und von ihm persönlich zum erstenmal vorgebetet am 1. November 1950 vor einer Million Pilger anläßlich der feierlichen Dogmatisierung)

Jungfrau, unbefleckt empfangen, Gottes und der Menschen Mutter:
Wir glauben mit der ganzen Glut unseres Herzens, daß du mit Leib und Seele glorreich aufgenommen bist in den Himmel, wo dir die Chöre der Engel und die Scharen der Seligen als ihrer Königin huldigen.
Wir vereinen uns mit ihnen im Lobpreis des Herrn, der dich über alle Geschöpfe erhob, und huldigen dir mit ihnen in Verehrung und Liebe.
Wir wissen, daß dein Blick, der einst in zarter Mutterliebe auf der demütigen und hienieden leidenden Menschengestalt Jesu ruhte, nun im Himmel an der verklärten Menschheit der ungeschaffenen Weisheit sich freut und daß die Freude deiner Seele in der Schau des dreieinen Gottes dein Herz aufjubeln läßt in seligem Entzücken.
Und wir arme Sünder, deren Leib den Aufschwung der Seele hemmt, wir flehen dich an: Läutere unsere Sinne, daß wir es lernen, schon hienieden, inmitten der Lockungen der Geschöpfe, Gott zu lieben und nur ihn allein!

Wir vertrauen darauf, daß du voll Erbarmen niederschaust auf unsere Nöte und unsere Ängste, auf unsere Kämpfe und unsere Schwächen; daß du dich mit uns freust an unseren Freuden und an unseren Siegen und daß du die Stimme Jesu hörst, die dir von einem jeden von uns, wie einst von seinem geliebten Jünger, sagt: Sieh da dein Kind.
Und wir, die wir dich als unsere Mutter anrufen, wir machen dich wie einst Johannes zur Führerin, Kraft und Trösterin unseres irdischen Lebens.
Wir glauben, daß deine Augen, die weinten über eine von Jesu Blut benetzte Erde, sich auch heute noch auf unsere Welt richten, die voll ist von Kriegen, Verfolgungen und Unterdrückungen der Gerechten und der Schwachen.
Und wir erhoffen in dem Dunkel dieses Tales der Tränen von deinem himmlischen Lichte und deinem milden Erbarmen Hilfe in unseren Herzensnöten, in den Heimsuchungen der Kirche und unseres Vaterlandes.
Wir glauben endlich, daß du in der ewigen Herrlichkeit, umkleidet mit der Sonne und mit Sternen bekränzt, nach Christus die Freude und die Wonne aller Engel und Heiligen bist.
Und wir Erdenpilger blicken in festem Glauben an die künftige Auferstehung auf dich, unser Leben, unsere Wonne und unsere Hoffnung; zieh uns in Liebe zu dir und zeige uns dereinst nach diesem Elend Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o liebe Jungfrau Maria.



Weihe der Welt an das Unbeflecktes Herz Mariens
(durch Papst Pius XII. 31.10.1942)

Königin des heiligen Rosenkranzes, Hilfe der Christen, Zuflucht des menschlichen Geschlechtes, Siegerin in allen Schlachten Gottes!
Flehend werfen wir uns vor deinem Throne nieder. Wir kommen voll Vertrauen, daß wir Barmherzigkeit, Gnade und rechte Hilfe in unseren Bedrängnissen erlangen. Wir vertrauen nicht auf unsere Verdienste, sondern einzig auf die unendliche Güte deines mütterlichen Herzens. Dir und deinem unbefleckten Herzen vertrauen wir uns an und weihen wir uns in dieser entscheidenden Stunde der menschlichen Geschichte. Dabei vereinigen wir uns mit der heiligen Kirche, dem geheimnisvollen Leib deines göttlichen Sohnes, der allenthalben leidet und blutet und so vielfach heimgesucht ist. Wir vereinigen uns mit der ganzen Welt. Sie ist ein Opfer der eigenen Sünde, von furchtbarer Zwietracht zerrissen, brennend in Feuerflammen des Hasses.
Dich, o Mutter, rühren so viele Ruinen der Welt und der Seelen, so viele Schmerzen, so viele Ängste von Vätern und Müttern, von Ehegatten, Brüdern und unschuldigen Kindern; dich rühren so viele in der Blüte der Jahre dahingeraffte Menschenleben, so viele gemarterte und sterbende Menschen, so viele Seelen, die in Gefahr sind, ewig verlorenzugehen. Du, o Mutter der Barmherzigkeit, erbitte uns von Gott den Frieden! Erbitte uns vor allem jene Gnaden, die in einem Augenblick die Seelen umwandeln können; erbitte uns jene Gnaden, die den Frieden vorbereiten, herbeiführen und sichern! Königin des Friedens, bitte für uns und gib der Welt den Frieden, nach dem die Völker seufzen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit, in der Liebe Christi! Gib der Welt den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen, damit in der Ruhe der Ordnung das Reich Gottes sich ausbreite.
Gewähre deinen Schutz den Ungläubigen und denen, die noch im Todesschatten liegen; schenke ihnen den Frieden! Laß für sie die Sonne der Wahrheit aufsteigen! Laß sie mit uns vor dem einen Erlöser der Welt die Worte wiederholen: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind.“
Wir bitten für die durch Irrtum und Zwietracht getrennten Völker, vornehmlich für diejenigen, die dir eine besondere Andacht bezeugen. Gib ihnen den Frieden! Führe sie zurück zum einen Schafstall Christi unter dem einen und wahren Hirten!
Erflehe Frieden und volle Freiheit der heiligen Kirche Gottes! Halte die wachsende Flut des Neuheidentums auf!
Vermehre in den Gläubigen die Liebe zur Reinheit, die tätige Übung des christlichen Lebens und den apostolischen Eifer! Laß die Gemeinschaft derer, die Gott dienen, zunehmen an Verdienst und Zahl! Dem Herzen deines göttlichen Sohnes Jesus Christus wurde die Kirche und das ganze menschliche Geschlecht geweiht. Auf ihn sollten alle ihre ganze Hoffnung setzen! Er sollte für sie Zeichen und Unterpfand des Sieges und der Rettung sein! So weihen wir uns auf ewig auch Dir, deinem unbefleckten Herzen, o Mutter und Königin der Welt! Deine Liebe und dein Schutz sollen den Sieg des Reiches Gottes beschleunigen! Alle Völker, im Frieden mit sich und mit Gott, sollen dich selig preisen! Mit dir sollen sie von einem Ende der Welt bis zum anderen das ewige Magnifikat der Glorie, der Liebe und Dankbarkeit zum Herzen Jesu anstimmen: In ihm allein können sie die Wahrheit, das Leben und den Frieden finden. Amen.



Weiheakt von Papst Johannes Paul II. an die Gottesmutter Maria
(Fatima 13. Mai 1982 - in: Der Apostolische Stuhl 1982, 404-407)

1. "Unter deinem Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter!"
Mit den Worten dieses Gebetes auf den Lippen, mit denen sich die Kirche Christi seit Jahrhunderten an Dich wendet, knie ich heute an diesem Ort, den Du, Mutter erwählt hast und in besonderer Weise liebst.
Dabei weiß ich mich mit allen Oberhirten der Kirche durch jenes besondere Band geeint, durch das wir eine Körperschaft und ein Kollegium bilden, so wie Christus die Apostel mit Petrus geeint sehen wollte.
In solcher Einheit verbunden, spreche ich die Worte dieses Weiheaktes, in den ich noch einmal die Hoffnungen und Ängste der Kirche in der Welt von heute einschließen möchte.
Vor vierzig Jahren und zehn Jahre danach hat Dein Diener, Papst Pius XII., angesichts der schmerzlichen Erfahrungen der Menschheitsfamilie die ganze Welt und vor allem jene Völker, denen Deine besondere Liebe und Sorge galt, Deinem unbefleckten Herzen anvertraut und geweiht.
Diese Welt der Menschen und Völker habe auch ich heute vor Augen, da ich die Überantwortung und Weihe, die von meinem Vorgänger auf dem Stuhl Petri vollzogen wurde, erneuern möchte: die Welt des zweiten Jahrtausends, das sich seinem Ende zuneigt, die Welt unserer Zeit, unsere heutige Welt! Der Worte des Herrn eingedenk: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern ... Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,19-20), ist sich die Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil ihrer Sendung in dieser Welt neu bewußt geworden.
Darum, o Mutter der Menschen und Völker, die du "alle ihre Leiden und Hoffnungen kennst" und mit mütterlichem Herzen an allen Kämpfen zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis Anteil nimmst, die unsere heutige Welt erschüttern, höre unser Rufen, das wir unter dem Antrieb des Heiligen Geistes direkt an dein Herz richten, und umfange mit deiner mütterlichen und dienenden Liebe diese unsere Welt, die wir dir anvertrauen und weihen, erfüllt von Sorge um das irdische Heil der Menschen und Völker. Vor allem überantworten und weihen wir dir jene Menschen und Völker, die dieser Überantwortung und Weihe besonders bedürfen.
„Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter! Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten!“ Verschmähe es nicht! Nimm an den Akt unseres demütigen Vertrauens und unserer Überantwortung!

2. Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat (Joh 3,16). Diese Liebe hat bewirkt, daß der Gottessohn sich selbst geweiht hat. „Für sie heilige ich mich, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind“ (Joh 17,19). Kraft dieser Weihe sind die Jünger aller Zeiten dazu berufen, sich für die Rettung der Welt einzusetzen und für den Leib Christi, die Kirche, zu ergänzen, was an seinen Leiden noch fehlt (vgl. 2 Kor 12,15; Kol 1,24).
Vor dir, Mutter Christi, vor deinem Unbefleckten Herzen, möchte ich mich heute zusammen mit der ganzen Kirche unserem Erlöser in dieser seiner Heiligung für die Welt und die Menschen verbinden; nur in seinem göttlichen Herzen findet ja solche Heiligung die Kraft, Verzeihung zu erlangen und Sühne zu leisten.
Die Kraft dieser Weihe dauert durch alle Zeiten und erreicht alle Menschen, Völker, Nationen; sie überwindet alles Böse, welches der Fürst der Finsternis im Herzen des Menschen und in seiner Geschichte wecken kann und in unseren Zeiten auch tatsächlich weckt.
Mit dieser Weihe unseres Erlösers verbindet sich durch den Dienst des Nachfolgers Petri die Kirche, der mystische Leib Christi. Wie notwendig ist doch diese in Einheit mit Christus vollzogene Weihe für die Menschheit und für die Welt, für unsere heutige Welt! Die Erlösungstat Christi muß ja von der Welt mitvollzogen werden durch die Kirche.
Wie weh tut uns alles, was sich in der Kirche und in jedem von uns der Heiligkeit und der Weihe entgegenstellt! Wie weh tut es uns, daß die Einladung zu Buße, Umkehr und Gebet nicht jene Aufnahme fand, die ihr zukam! Wie weh tut es uns, daß viele so halbherzig die Erlösungstat Christi mitvollziehen! Daß unser irdisches Leben so ungenügend ergänzt, ,,was an den Leiden Christi noch fehlt" (1 Kol 1,24)!
Selig all jene, die dem Ruf der ewigen Liebe Folge leisten! Selig jene, die in nimmermüder Hochherzigkeit sich Tag für Tag von Dir, o Mutter, bewegen lassen, zu tun, was Dein Jesus sagt (vgl. Joh 2,5) und Kirche und Welt das zuversichtliche Zeugnis eines Lebens geben, das sich am Evan­gelium ausrichtet.
Selig über alles Du, Magd des Herrn, die dem göttlichen Anruf in vollkommenster Weise folgt! Sei gegrüßt, die Du der erlösenden Weihe Deines Sohnes Dich ganz verbindest!
Mutter der Kirche! Erleuchte das Volk Gottes auf den Wegen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe! Hilf uns, die Wahrheit der Weihe Christi für die gesamte Menschheitsfamilie und die heutige Welt in ihrer ganzen Fülle zu leben!

3. Wenn wir Dir, o Mutter, die Welt, alle Menschen und alle Völker, anvertrauen, so vertrauen wir Dir dabei auch diese unsere Weihe für die Welt an und legen sie in Dein mütterliches Herz.
O unbeflecktes Herz, hilf uns, die Gefahr des Bösen zu überwinden, das sich so leicht in den Herzen der heutigen Menschen einnistet und dessen unvorstellbare Auswirkungen über unserer Gegenwart lasten und den Weg in die Zukunft zu versperren scheinen.
Von Hunger und Krieg: befreie uns!
Von Atomkrieg, unkontrollierbarer Selbstzerstörung und jeder Art des Krieges: befreie uns!
Von den Sünden gegen das Leben des Menschen von seinen Anfängen an: befreie uns!
Vom Haß und von der Mißachtung der Würde der Söhne und Töchter Gottes: befreie uns!
Von jeder Ungerechtigkeit im sozialen, nationalen und internationalen Leben: befreie uns!
Von leichtfertiger Übertretung der Gebote Gottes: befreie uns!
Vom Versuch, in den Herzen der Menschen die Wahrheit Gottes zu ersticken: befreie uns!
Von den Sünden gegen den Heiligen Geist: befreie uns, befreie uns! Höre, Mutter Christi, diesen Hilfeschrei, in welchem die Not aller Menschen zu ­Dir ruft, die Not ganzer Völker!

Noch einmal zeige sich in der Geschichte der Welt die unendliche Macht der erbarmenden Liebe. Daß sie dem Bösen Einhalt gebiete! Daß sie die Gewissen wandle! In Deinem unbefleckten Herzen offenbare sich allen das Licht der Hoffnung!



Weihegebet Papst Johannes Pauls II. an die heiligste Gottesmutter Maria
(anläßlich der Feier des Jubiläums der Bischöfe zum Heiligen Jahr 2000 - Sonntag, 8. Oktober 2000)

1.   ,,Frau, siehe, dein Sohn!" (Joh 19,26).
Das Heilige Jahr geht dem Ende zu.
Du, Mutter, hast uns während dieses Jubiläums Jesus gezeigt, 
die gebenedeite Frucht deines reinen Leibes, 
das Wort, das Fleisch geworden ist, den Erlöser der Welt.
Sein Wort, das uns auf dich hinweist 
und dich zu unserer Mutter macht, 
klingt wohl in unseren Ohren:
„Frau, siehe, dein Sohn!"
Indem er dir den Apostel Johannes und mit ihm
die Söhne und Töchter der Kirche, ja alle Menschen anvertraute,
verringerte Christus seine ausschließliche Rolle
als Erlöser der Welt nicht, sondern bekräftigte sie.
Du bist der Glanz, der das Licht Christi nicht mindert,
denn du lebst in ihm und durch ihn.
Dein ganzes Sein ist Zustimmung: „Fiat“.
Du bist die Unbefleckte, 
du bist die Fülle und der Widerschein der Gnade.
Sieh da, deine Söhne und Töchter, 
die beim Anbruch des neuen Jahrtausends 
hier um dich versammelt sind.
Durch die Stimme des Nachfolgers Petri
im Verein mit den Stimmen der Bischöfe, 
die aus allen Teilen der Welt hier zusammengekommen sind, 
sucht die Kirche heute bei dir Zuflucht.
Sie stellt sich unter deinen mütterlichen Schutz.
Sie bittet vertrauensvoll um deine Fürsprache 
angesichts der Herausforderungen der Zukunft.

2.    In diesem Gnadenjahr erlebten und erleben noch viele Menschen
die überströmende Freude des Erbarmens, 
das der Vater uns in Christus geschenkt hat.
In den Teilkirchen, die über die ganze Erde verstreut sind,
und mehr noch hier, im Zentrum der Christenheit,
haben Menschen aller Klassen
dieses Geschenk in Empfang genommen.
Hier glühten die Jugendlichen vor Begeisterung.
Hier beteten und flehten die Kranken.
Hierher kamen Priester und Ordensleute, 
Künstler und Journalisten, 
Menschen aus der Welt der Arbeit, der Technik und Wissenschaft,
Kinder und Erwachsene.
Alle erkannten in deinem geliebten Sohn
das Wort Gottes, das in deinem Schoß Fleisch geworden ist.
Erflehe, o Mutter, durch deine Fürsprache,
daß die Früchte dieses Jahres nicht verloren gehen, 
und daß die Samenkörner der Gnade
sich bis zum Vollmaß der Heiligkeit entwickeln, 
zu der wir alle berufen sind.

3.    Wir wollen dir heute die Zukunft anvertrauen, die vor uns liegt.
Wir bitten dich, uns auf unserem Weg zu begleiten.
Wir Männer und Frauen leben in einer außergewöhnlichen Zeit,
die zugleich verheißungsvoll und schwierig ist.
Die Menschheit besitzt heute nie dagewesene Mittel zur Macht:
Sie ist imstande, diese Welt zu einem blühenden Garten zu machen
oder sie völlig zu zerstören.
Die Menschheit hat die außerordentliche Fähigkeit erlangt, 
sogar in die Anfänge des Lebens einzugreifen.
Sie kann dies zum Wohl aller im Rahmen des Moralgesetzes nutzen
oder dem kurzsichtigen Hochmut einer Wissenschaft nachgeben, 
die keine Grenzen anerkennt
und sogar die gebührende Achtung vor jedem Menschenleben verweigert.
Die Menschheit steht heute 
an einem Scheideweg wie nie zuvor. 
Die Rettung, o heiligste Jungfrau, 
ist wiederum dein Sohn Jesus allein.

4.    Deshalb wollen wir dich, Mutter, wie der Apostel Johannes 
bei uns aufnehmen (vgl. Joh 19,27), 
um von dir zu lernen, deinem Sohn ähnlich zu werden.
„Frau, siehe, deine Söhne und Töchter!“
Wir stehen hier vor dir
und wollen uns selbst, die Kirche und die ganze Welt 
deinem mütterlichen Schutz anvertrauen.
Bitte deinen Sohn für uns, 
daß er uns den Heiligen Geist in Fülle schenke, 
den Geist der Wahrheit,aus dem das Leben hervorgeht.
Empfange ihn für uns und mit uns,
wie in der Urgemeinde von Jerusalem, 
die sich am Pfingsttag um dich geschart hat (vgl. Apg 1,14).
Der Geist Gottes öffne die Herzen für die Liebe und Gerechtigkeit.
Er wecke in den Personen und Nationen gegenseitiges Verständnis
und den festen Willen zum Frieden.
Wir vertrauen dir alle Menschen an, zuerst die schutzlosesten:
die Kinder, die noch nicht zur Welt gekommen sind, 
und die Kinder, die in Armut und Leid geboren werden; 
die Jugendlichen, die auf der Suche nach einem Lebensziel sind; 
die Menschen ohne Arbeit
und diejenigen, die Hunger und Krankheit erleiden.
Wir vertrauen dir die zerrütteten Familien an, 
die Alten, denen niemand beisteht, 
und alle, die verlassen und ohne Hoffnung sind.

5.    Mutter, du kennst die Leiden und 
Hoffnungen der Kirche und der Welt.
Steh deinen Söhnen und Töchtern in den Prüfungen bei, 
die der Lebensalltag für jeden bereithält.
Gib, daß dank des gemeinsamen Bemühens aller
die Finsternis nicht über das Licht siegt.
Dir, Morgenröte der Erlösung, vertrauen wir 
unseren Weg ins neue Jahrtausend an, 
damit alle Menschen unter deiner Führung Christus finden,
das Licht der Welt und den einzigen Erlöser, 
der herrscht mit dem Vater und dem Heiligen Geist 

in Ewigkeit. Amen.

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Dokument: Die Botschaft von Fatima (www.vatican.va)

Film: Das Wunder von Fatima
(Video in voller Länge)