Freitag, 14. Juni 2013

Feier "EVANGELIUM VITAE" in Rom (15.-16.Juni 2013)

Bild von http://www.annusfidei.va/content/novaevangelizatio/de/eventi/giornataevangeliumvitae.html

Im Jahr des Glaubens findet an diesem Wochenende in Rom die

Feier von "EVANGELIUM VITAE", der Enzyklika von Papst Johannes Paul II statt. 

Das Evangelium vom Leben ist somit ein zentraler Punkt der Verkündigung und des Zeugnisses im Jahr des Glaubens. Papst Franziskus wird die Heilige Messe am 16. Juni zu diesem Anlass feiern. 


Nur Wenige kennen leider dieses wertvolle Dokument - oder haben es gelesen. Dabei enthält es ungemein wichtige Impulse und Leitlinien, die uns als glaubwürdige Christen auszeichnen dürfen. 
Hier auf DEUTSCH lesen. Eine Übersicht über den Inhalt findet man z.B. bei Kathpedia oder bei Wikipedia.

Klare Worte, klare Aussagen, klarer Auftrag an uns alle finden sich dort. 
Wir alle sind aufgerufen, dass wir das Heilige Evangelium zunächst wirklich kennen lernen, es dann leben und verkünden durch Wort, Tat und Zeugnis in einer Welt, die in einem Todeswahn taumelt, der nur noch die Befriedigung des Augenblicks sucht - aber das wahre Leben nicht mehr kennt, das bleibt. Frieden, Demokratie, Recht und Gerechtigkeit können dort verwirklicht werden, wo das Reich Gottes lebendig ist. Papst Johannes Paul II. schreibt:
Das Evangelium vom Leben ist für die Gesellschaft der Menschen da. Für das Leben eintreten heißt zur Erneuerung der Gesellschaft durch den Aufbau des Gemeinwohls beitragen. 
Denn ohne Anerkennung und Schutz des Rechtes auf Leben, auf dem alle anderen unveräußerlichen Rechte des Menschen beruhen und sich entwickeln, läßt sich das Gemeinwohl unmöglich aufbauen. Noch kann eine Gesellschaft gesicherte Grundlagen haben, die — während sie Werte wie Würde der Person, Gerechtigkeit und Frieden geltend macht — sich von Grund auf widerspricht, wenn sie die verschiedensten Formen von Mißachtung und Verletzung des menschlichen Lebens akzeptiert oder duldet, vor allem, wenn es sich um schwaches oder ausgegrenztes Leben handelt. 
Nur die Achtung vor dem Leben kann die wertvollsten und notwendigsten Güter der Gesellschaft, wie die Demokratie und den Frieden, stützen und garantieren.

Es kann in der Tat keine echte Demokratie geben, wenn nicht die Würde jeder Person anerkannt wird und seine Rechte nicht respektiert werden.

Und es kann auch keinen wahren Frieden geben, wenn man nicht das Leben verteidigt und fördert. Daran erinnerte Paul VI.: »Jedes Vergehen gegen das Leben ist ein Attentat auf den Frieden, besonders wenn dabei die Sitten des Volkes verletzt werden 1. Wo aber die Menschenrechte wirklich ernst genommen und öffentlich anerkannt und verteidigt werden, dort kann der Friede zu einer Atmosphäre werden, in der sich das soziale Zusammenleben glücklich und wirkungsvoll entwickelt«. 
(Johannes Paul II - Enzyklika EVANGELIUM VITAE Nr. 101)

Am berühmtesten ist vielleicht der Abschluss dieser Enzyklika mit dem wunderschönen Gebet, das Papst Johannes Paul II. formulierte:
O Maria,
Morgenröte der neuen Welt,
Mutter der Lebendigen,
Dir vertrauen wir die Sache des Lebens an:
o Mutter, blicke auf die grenzenlose Zahl
von Kindern, denen verwehrt wird,
geboren zu werden,
von Armen, die es schwer haben zu leben,
von Männern und Frauen,
die Opfer unmenschlicher Gewalt wurden,
von Alten und Kranken,
die aus Gleichgültigkeit
oder angeblichem Mitleid getötet wurden.
Bewirke, daß alle,
die an deinen Sohn glauben,
den Menschen unserer Zeit
mit Freimut und Liebe
das Evangelium vom Leben verkünden können.
Vermittle ihnen die Gnade, es anzunehmen
als je neues Geschenk
die Freude, es über ihr ganzes Dasein hinweg
in Dankbarkeit zu feiern,
und den Mut, es mit mühseliger Ausdauer
zu bezeugen,
um zusammen mit allen Menschen
guten Willens
die Zivilisation der Wahrheit und der Liebe
zu errichten,
zum Lob und zur Herrlichkeit Gottes,
des Schöpfers und Freundes des Lebens.

Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 25. März 1995, dem Hochfest der Verkündigung des Herrn, im siebzehnten Jahr meines Pontifikats. 
IOANNES PAULUS PP. II



Im Rahmen der Aktion "33 Tage für das Leben" findet man auf der Website des ProLife-Vereins ProMinimis e.V. (Für die Kleinsten) in den täglichen Impulsen häufig Hinweise und Zitate aus dieser Enzyklika, die das Anliegen für die Ungeborenen unterstreichen und erläutern. 

Im Gebet haben sich hier Katholiken und andere Christen zum Gebet für die Not der Kleinsten zusammen geschlossen. 
Mehr Information zur Aktion findet man HIER.


"Mit dieser Gewißheit im Herzen und bewegt von der betrübten Sorge um das Schicksal jedes Mannes und jeder Frau, wiederhole ich heute für alle, was ich den Familien gesagt habe, die sich unter den sie bedrohenden Gefahren in ihren schwierigen Aufgaben engagieren: es bedarf dringend eines großangelegten Gebetes für das Leben, das die ganze Welt durchdringen soll. 
Mit außerordentlichen Initiativen und im gewohnten Gebet möge von jeder christlichen Gemeinde, von jeder Gruppe oder Vereinigung, von jeder Familie und vom Herzen jedes Gläubigen ein leidenschaftliches, inständiges Bittgebet zu Gott, dem Schöpfer und Freund des Lebens, emporsteigen. 
Jesus selber hat uns durch sein Beispiel gezeigt, daß Gebet und Fasten die hauptsächlichen und wirksamsten Waffen gegen die Kräfte des Bösen sind (vgl. Mt 4, 1-11), und hat seine Jünger gelehrt, daß manche Dämonen sich nur auf diese Weise austreiben lassen (vgl. Mk 9, 29). 
Finden wir also wieder die Demut und den Mut zum Beten und Fasten, um zu erreichen, daß die Kraft, die vom Himmel kommt, die Mauern aus Betrug und Lüge zum Einsturz bringt, die die perverse Natur lebensfeindlicher Verhaltensweisen und Gesetze vor den Blicken vieler unserer Brüder und Schwestern verbergen, und ihre Herzen für die Vorschläge und Absichten öffnet, die sich an der Zivilisation des Lebens und der Liebe inspirieren."   
(Johannes Paul II - Enzyklika EVANGELIUM VITAE Nr. 100)  
Hervorhebung durch die Autorin