Donnerstag, 2. Mai 2013

MARIA - "PORTA FIDEI" (1)

Mai-Projekt 2013 - im Jahr des Glaubens 

MARIA - "PORTA FIDEI" (MARIA - "Tür des Glaubens")

Foto © Michaela Voss

Teil 1: Heilige Pforte - von Gott geschaffen

Durch die Sünde hat der Mensch die Türe zu Gott zugeschlagen und zerstört. 
In Maria hat Gott selbst eine neue, heilige Pforte geschaffen.

Die "Ich-Verkrümmung" der Sünde verschließt den Menschen in sich selbst. Egoismus, Autonomiesucht, Narzismus, Anklage, maßlose Bedürfnisorientierung, Ungehorsam, ... all das kann man mit seinen Folgen in einem einzigen Bild - dem Sündenfall - zusammenfassen. 
Im Buch Genesis lesen wir, dass der Mensch das Paradies verliert und der heilige Garten gleichsam verschlossen wird. Das, was uns auf den ersten Blick als Strafe und Sanktion erscheinen will, ist in Wirklichkeit Liebe und Schutz, denn Gott verhindert so, dass der Mensch in seiner Gebrochenheit gleichsam "konserviert" wird und in seiner Verbogenheit ewig weiter existiert, ohne Chance auf Heil und Heilung. (Gen 3,1-24)
Der Weg der Buße und Umkehr ist seither der kostbare Weg nach Hause und der Baum des Lebens wird bewacht, damit er nicht vergiftet und zerstört wird. 

Der Mensch - Krönungsgeschöpf und Gott ähnlich - hat die Türe gleichsam hinter sich zugeschlagen und sich von Gott abgewendet, um sich selbst zu genügen. Tod und Dunkel, Disteln und Dornen, Mühsal und Schmerz sind die Folgen.
Gottes Erbarmen hat jedoch die Heilige Pforte zum ewigen Leben den heiligen Wächtern, den Kerubim und dem Flammenschwert übergeben, damit der Weg des Heiles offen steht, wenn der Mensch bereit ist, heimzukehren. (Gen 3,24)

In Maria hat Gott - in der Fülle der Zeit - eine heilige Pforte "vom Himmel zum Himmel" geformt und geschaffen, wo der Mensch von der Erde die Türe verriegelt hat.

In Maria hat Gott einen neuen Durchgang geschaffen, wo die Sünde des Menschen alles im Geröll des Bösen verschüttet hat.

In Maria hat Gott eine Neuschöpfung geschenkt, die der alten Schöpfung zum Weg und zum Portal werden darf - hinüber ins Heil der Erneuerung.

Maria - die Unbefleckte - Geschöpf der Liebe Gottes "voll der Gnade"!
Maria - Heilige Pforte und neue "Genesis", denn in ihr findet die Geschichte der Neuschöpfung und Erlösung einen kostbaren Ursprungspunkt.
Maria - heilige Pforte, die aus der Liebe Gottes geschaffen wurde, um Zugang und Türe zu werden, für den verschlossen Garten der Gnade, den Christus öffnen wollte.
Maria - PORTA FIDEI - Pforte des Glaubens, die Gott selbst in unbegreiflicher Schöpfermacht und Liebe formte und in diese Weltzeit hinein stellte. 
Maria - makellose Pforte, die Gott selbst erschaffen hat inmitten der Dunkelheit 


Maria,

Du starker Turm Davids
  bitte für uns!
Du elfenbeinerner Turm
  bitte für uns!
Du goldenes Haus
  bitte für uns!
Du Bundeslade Gottes
  bitte für uns!
Du Pforte des Himmels
  bitte für uns!
(aus der lauretanischen Litanei)


Der Katechismus der Katholischen Kirche sagt über Maria:



490 Da Maria zur Mutter des Erlösers ausersehen war, „ist sie von Gott mit den einer solchen Aufgabe entsprechenden Gaben beschenkt worden“ (LG 56). 

Bei der Verkündigung grüßt sie der Engel als „voll der Gnade“ (Lk 1, 28). Um zur Ankündigung ihrer Berufung ihre freie Glaubenszustimmung geben zu können, mußte sie ganz von der Gnade Gottes getragen sein.

491 Im Laufe der Jahrhunderte wurde sich die Kirche bewußt, daß Maria, von Gott „mit Gnade erfüllt“, schon bei ihrer Empfängnis erlöst worden ist. Das bekennt das Dogma von der unbefleckten Empfängnis, das 1854 vom sel. Papst Pius IX. verkündigt wurde:
„. . . daß die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde“
(Bulle „Ineffabilis Deus“: DS 2803).

492 Daß sie „vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an im Glanz einer einzigartigen Heiligkeit“ erstrahlt (LG 56), kommt ihr nur Christi wegen zu: Sie wurde im „Hinblick auf die Verdienste ihres Sohnes auf erhabenere Weise erlöst“ (LG 53). Mehr als jede andere erschaffene Person hat der Vater sie „mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch [die] Gemeinschaft mit Christus im Himmel“ (Eph 1, 3). 
Er hat sie erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit sie in Liebe heilig und untadelig vor ihm lebe.

493 Die ostkirchlichen Väter nennen die Gottesmutter „die Ganzheilige“ [Panhagia]; sie preisen sie als „von jeder Sündenmakel frei, gewissermaßen vom Heiligen Geist gebildet und zu einer neuen Kreatur gemacht“ (LG 56).
Durch die Gnade Gottes ist Maria während ihres ganzen Lebens frei von jeder persönlichen Sünde geblieben.