Mittwoch, 1. Mai 2013

1. Mai - Josef der Arbeiter

Es ist ein nicht gebotener Gedenktag - Josef der Arbeiter - am 1. Mai

Arbeit und Glaube, das gehört zusammen und wird doch oft getrennt.
Haben der persönliche Glaube, die persönliche Beziehung zu Gott noch Platz in unserem Arbeitsleben? In den Beruf die ganze Kraft des Glaubens und der Gaben Gottes einbringen, das könnte im Jahr des Glaubens auch unser Arbeitsleben verändern.

Der Heilige Josef steht heute als Vorbild und Leitbild für eine gottbezogene Arbeit, die aus Gottes Auftrag kommt - Gottes Ehre dient und dazwischen den kostbaren Raum der Gnade für den arbeitenden Menschen segnet.

Der Heilige Josef durfte dem Gottessohn das Handwerk beibringen, an seiner Seite arbeiten, für ihn sorgen!
Was für ein Geheimnis ihm da anvertraut war, der dem Sohn des Allerhöchsten dienend als Lehrer und als Vertreter des himmlischen Vaters zur Seite stehen durfte - IHM, DER ewig eins ist mit dem Schöpfervater und dem Heiligen Geist, dem "Creator Spiritus".

Auch unser Leben trägt diese unfassbare Würde, dass all unser Sein und Tun Gott dienen darf und Teil hat am Schöpfungswerk Gottes.
Wir empfangen Auftrag und Kraft, Sendung und Gabe, Anspruch und die Gnade der Vollkommenheit ... aus Gottes liebender Vaterhand. 
So werden wir auf geheimnisvolle Weise "Mit-Erben", Ebenbild, Kinder und Teilhaber am Werk Gottes in dieser Welt und dürfen sogar am himmlischen Jerusalem "mitbauen", dessen Mitte und Leuchte der Herr selbst ist. (Offb 21,22-26)

Wenn wir auf den Heiligen Josef in der Betrachtung blicken, können wir viel lernen - auch wenn die Heilige Schrift nur wenig von ihm spricht. Das, was wir in der Bibel über ihn finden, ist Weisung genug. Vgl. Mt 1,16-25; 2,13-22; Lk 1,26ff; 2,1ff; 2,41-52 ...



Wie kann das konkret aussehen?
Es ist z.B. das tägliche Gebet, das alles einrahmen und durchdringen darf: zu Beginn, während allem und zum Ende. (hier ein paar Morgengebete)

Die Arbeit und das ganze Leben will und kann Zeugnis des Glaubens werden in unserer Einstellung, Haltung, unserem begründeten Optimismus, der mehr ist als nur "positiv Denken", sondern in der Verheißung der Gnade gründet. 
Selbst in Arbeitslosigkeit kann ein Christ anders leben, weil die Not und das Ringen in Christus geheiligt und gewandelt sein will und nie ohne Hoffnung ist.

Wenn wir beispielsweise den Tag in der Früh statt mit Murren und Knurren mit dem Kreuzzeichen im Namen Gottes bewusst beginnen und alles, was kommt aus Gottes Händen empfangen und ihn um Segen bitten, dann ändert das den Inhalt des ganzen Tages.

Egal, wie müde man noch ist,
egal, ob "Morgenmuffel" oder muntere "Lerche", die gerne früh aufsteht, Eines geht IMMER und jeden Tag:
Beginnen wir JEDEN TAG im Zeichen des Heiligen Kreuzes und in Gottes Namen!

"Im Namen des VATERS und des SOHNES und des HEILIGEN GEISTES. Amen."
Warum denn eigentlich? Weil es einen unendlichen Unterschied macht, unter welchem Vorzeichen unser Leben steht. 

Wenn man ein Konto bei einem Kreditinstitut hat - ist es von größter Bedeutung, ob vor den Zahlen auf dem Kontoauszug ein "+" oder ein "-" steht - das ist allen klar.

So ist es auch im Leben! Ohne die Kraft und Gnade der Erlösung JESU, die uns im Kreuz geschenkt ist und uns die Gabe der Auferstehung der Kindschaft Gottes schenkt, ist es, als ob unser Lebenskonto ein dickes, rotes Minus als Vorzeichen hat. 
Warum? Weil wir niemals so viel "Guthaben" hätten, dass es ausreichen würde, um all die "Schuldigkeiten" und Aufgaben unseres Lebens damit zu begleichen. 

Wir sind voller Fehler-Minus, voller Sünden-Minus, voller Enttäuschungs-MinusMangel-Minus, Versagnes-Minus ... dass es einfach nicht genügen kann. Je höher dann die Zahl, die auf das "Minus-Vorzeichen" folgt, desto größer das Desaster.

Wenn wir jedoch schon direkt nach dem Aufwachen das Kreuzzeichen machen und im Namen Gottes diesen ganzen, kommenden Tag demSegen und seiner Gnade übergeben, ... dann kann noch so viel geschehen - je höher der "Faktor" aller Ereignisse des Alltags, wir sind immer nurnoch mehr im PLUS durch unseren Herrn und Erlöser JESUS CHRISTUS!

Das ist jeden Morgen neu unser absoluter Gewinn für den ganzen Tag.
Wenn wir das richtige Vorzeichen setzen, werden wir mächtig reich für die Ewigkeit sein und es wir immer noch genug übrig bleiben, so dass wir auch für all die Menschen Gaben bereit halten können, die ohne JESUS ins absolute "Minus" geraten würden.

Arbeit ist mehr, als nur Geld verdienen, eine persönliche Sinnsuche oder Selbstverwirklichung.  

"Ob ihr also esst oder trinkt oder etwas anderes tut: Tut alles zur Verherrlichung Gottes!" (1Kor 10,31)

"Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." (1Kor 16,14)
"Tut alles ohne Murren und Bedenken" (Phil 2,14)
"Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!" (Kol 3,17)


"Sechs Tage soll man arbeiten, aber am siebten Tag ist vollständiger Ruhetag, ein Tag heiliger Versammlung, an dem ihr keinerlei Arbeit verrichten dürft. Es ist ein Feiertag zur Ehre des Herrn überall, wo ihr wohnt." (Lev 23,3)
"Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund." (Ps 34,2)

Heiliger Josef, der Arbeiter - und unsere Arbeit


"Zeichen der Vertrautheit mit Gott ist es, daß Gott den Menschen in den „Garten“ setzt. Der Mensch lebt darin, „um ihn zu hegen und zu pflegen“ (Gen 2, 15).
Die Arbeit ist für Mann und Frau nicht Fron, sondern Mitwirken mit Gott an der Vervollkommnung der sichtbaren Schöpfung." (Katechismus der Katholischen Kirche, 378) 
Hervorhebungen durch die Autorin

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"Das verborgene Leben in Nazaret ermöglicht jedem Menschen, in den alltäglichsten Dingen in Gemeinschaft mit Jesus zu sein: 

„Das Haus von Nazaret ist eine Schule, in der man beginnt, das Leben Christi zu verstehen. Es ist die Schule des Evangeliums . . . Sie lehrt zunächst das Schweigen. Möge in uns eine große Wertschätzung des Schweigens lebendig werden . . . dieser bewundernswerten und notwendigen Geisteshaltung . . . 
Hier lernen wir, wie wichtig das häusliche Leben ist. Nazaret gemahnt uns an das, was eine Familie ist, an ihre Gemeinschaft in Liebe, an ihre Würde, ihre strahlende Schönheit, ihre Heiligkeit und Unverletzlichkeit . . . Schließlich lernen wir hier die zuchtvolle Ordnung der Arbeit. O Lehrstuhl von Nazaret, Haus des Handwerkersohnes! Hier möchte ich das strenge, aber erlösende Gesetz menschlicher Arbeit erkennen und feiern . . . Schließlich möchte ich hier den Arbeitern der ganzen Welt Segen wünschen und ihnen das große Vorbild zeigen, den göttlichen Bruder“ (Paul VI., Ansprache vom 5. Januar 1964 in Nazaret)." (Katechismus der Katholischen Kirche, 533) Hervorhebungen durch die Autorin


Mehr Gedanken zum Heiligen Josef HIER 

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Papst Johannes Paul II in LABOREM EXERCENS über "RERUM NOVARUM"

II. DIE ARBEIT UND DER MENSCH 
See page for author [Public domain],
via Wikimedia Commons
4. Die Kirche ist überzeugt, daß die Arbeit eine fundamentale Dimension der Existenz des Menschen auf Erden darstellt. 

V. ELEMENTE FÜR EINE SPIRITUALITÄT DER ARBEIT 
25. Die Arbeit als Teilnahme am Werk des Schöpfers 
... Im Wort der göttlichen Offenbarung ist diese fundamentale Wahrheit zutiefst eingeprägt, daß der Mensch, als Abbild Gottes geschaffen, durch seine Arbeit am Werk des Schöpfers teilnimmt und es im Rahmen seiner menschlichen Möglichkeiten in gewissem Sinne weiterentwickelt und vollendet, indem er unaufhörlich voranschreitet in der Entdeckung der Schätze und Werte, welche die gesamte Schöpfung in sich birgt.

(Ioannes Paulus PP. II LABOREM EXERCENS)