Sonntag, 31. März 2013

OSTEREIER SUCHEN AUF KATHOLISCH

Ostern und Ostereier - macht das Sinn? 

Ostereier 2013 © Michaela Voss
Sind Ostereier eigentlich unchristlich?
Bei uns gibt es den wohl sicher bekannten Brauch, dass die Kinder Osternester im Garten oder im Wald bauen und dann die Eltern kleine Geschenke und Ostereier dort verstecken.
Darüber hinaus gibt es die Kleinigkeiten auch an „unmöglichen Stellen“ im Garten, bei einem Spaziergang im Wald, bei dem ein Elternteil voraus gegangen ist und diese kleinen Freuden verteilt hat und dann natürlich immer dezente Hinweise während des Spaziergangs gibt, dass hier oder dort gerade etwas Buntes zwischen den Blättern aufgeblinkt habe, ...

Klar ist jedoch spätestens im fortgeschrittenen Schulalter: Kein Hase legt bunte Eier oder versteckt sie an unmöglichen Stellen, um Kindern eine Freude zu machen.
Das ist eigentlich purer Unsinn und ähnelt doch sehr der Geschichte mit dem Weihnachtsmann, der den heiligen Nikolaus verdrängt hat.

Was also haben Ostereier und die Ostereiersuche eigentlich mit dem Fest der Auferstehung Christi oder mit Gott zu tun? Gibt es da irgendeinen sinnvollen Zusammenhang? Abgesehen von den bekannten Argumenten, dass das Ei als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit gilt, dass es als ein Zeichen für Christus im Grab gesehen wird usw., kann man in der eher weltlichen Tradition doch noch erstaunliche andere Weisheiten finden, wenn man Humor hat und danach sucht. Wie kann man also „Ostereier suchen - auf katholisch“?

Wir haben einmal die geistlichen Parallelen dem doch sehr weltlichen Brauchtum gegenüber gestellt. Dabei ist uns aufgefallen, dass es durchaus interessante Aspekte sogar dort gibt, wo der Brauch besonders absurd ist und wir haben festgestellt: Alles hat Potenzial, uns Gottes große Weisheit und Liebe zu zeigen. Wie sieht das konkret aus?

  • Hasen legen keine bunten Eier - Tote erstehen auch nicht aus dem Grab!
  • Die Eltern verstecken doch die Ostereier, die Süßigkeiten und die Geschenke - Der Vater im Himmel hat die Gnade auch überall platziert! Die Geschenke des Lebens kommen immer von Gott, auch wenn wir auf verschiedenste Weise an den „Osterhasen“ der Wissenschaft, der allein eigenen Leistungen etc. glauben. 
  • Ostereier sind unnormal - die Wunder Gottes sind auch „unnormal“ und eben deshalb Wunder, weil sie über das "Normale" hinausgehen und uns doch geschenkt werden, weil Gott uns liebt.
  • Niemals vermutet man bunte Geschenke in Regenrinnen, unter Sträuchern, Büschen und im Garten im Blumenbeet oder hinter Steinen - Wir vermuten Gottes Gnade viel zu selten hinter all den "ungünstigen" Umständen unseres Lebens, die in unserem Verstehen völlig andere Zwecke erfüllen, als ein Versteck für die Liebes-Gabe Gottes zu sein.
  • Die Eltern verstecken kleine Überraschungen im Garten, um den Kindern voller Freude bei ihrem begeisterten Suchen zuschauen zu können und ihnen nicht zuletzt durch die ungewöhnlichen Verstecke besonders viel Begeisterung bei der Entdeckung zu bescheren - Gott liebt es, uns mit wunderbaren Gnadengeschenken zu überraschen, an den unmöglichsten Stellen unseres Lebens, weil er unseren Eifer und die Begeisterung dabei mit uns teilen will, wenn wir etwas "Süßes", oder ein "kleines Präsent der Gnade" dort entdecken, wo man es gar nicht vermuten würde. 
  • Es wäre enttäuschend, wenn die Kinder nicht suchen wollten, sondern gelangweilt vor dem Fernseher sitzend nur jammern, dass sie Schokolade wollen - Es ist auch im geistlichen Leben enttäuschend, wenn wir nur vor dem "Film unserer Lebensvorstellungen" sitzen und nach "Süßigkeiten" schreien, die wir bequem auf dem Tablett zu unserer "Couch" beordern und Gott zum persönlichen "Hausdiener" unserer gelangweilten Bequemlichkeit machen.
  • Kinder, die sich begeistern lassen und voller Erwartung auf versteckte "Leckereien" und Geschenke auf "Schatzsuche" / auf "Ostereiersuche" gehen, werden voller Hingabe überall nachsehen und in unglaublicher Ausdauer und Kreativität alle "denkbaren und undenkbaren Verstecke" ausfindig machen wollen, weil sie Überraschungen erwarten - Gotteskinder, die immer von der Liebe Gottes ausgehen und sich begeistern lassen, ... werden in größter Freude durch den "Garten des Lebens" springen und überall nach den "Wundern" seiner Liebe Ausschau halten. Sie werden Wunder in den "Regenrinnen", hinter "Steinen", unter "dornenbewehrten Büschen" und sogar hinter der "Mülltonne" vermuten und finden. Andere "Kinder", die das (die Gott) nicht kennen, würden nur Regenrinnen, Steine im Weg und verletzende Dornen oder Müll sehen und nichts finden.
Das sind nur einige Beispiele, wie man eine eigentlich merkwürdige Ostertradition doch auch mit den Augen auf die Gnade betrachten kann.

Ostereier 2012 © Michaela Voss
Das "Ostereiersuchen" eines Gotteskindes hört das ganze Jahr nicht auf, denn Gottes Weisheit überwindet diese Welt und überrascht uns mit den Wundern seiner Liebe, wo man sie normalerweise nie suchen oder vermuten würde.

Was rein weltlich und menschlich undenkbar und unsinnig scheint, wird durch Gottes Liebe zu einer spannenden Schatzsuche, die verschiedenste "Köstlichkeiten der Gnade" und "Wunder-Geschenke" zutage fördert.
Wenn wir kindliches Vertrauen haben, wenn wir Gottes Gnade überall aufspüren und erwarten, dann wird dies wunderbare Überraschungen zur Folge haben.
Wunder sind überall zu finden, wo man die Augen öffnet und sie auch aufmerksam sucht.
Ist jedoch in unserem Herzen nur Egoismus, Fatalismus, falscher Welt-Realismus, ... bleiben nur "Regenrinnen, Steine, Mülltonnen", ... einfach dürre Wüste des Alltags und Unfruchtbarkeit.
Wenn wir denken, dass wir die Erlösung Jesu nicht brauchen - können wir die Gabe auch nicht empfangen.
Wenn wir nicht nach der Gnade suchen und uns voll Freude auf "Osterwunder-Suche" machen - können wir nicht finden, was doch so nah und liebevoll bereit liegen würde. Wenn wir nur unser Vertrauen auf uns, unseren Verstand, unser Wissen, unsere Prognosen, ... setzen, ... - werden wir kaum die Wunder der Vorsehung Gottes erleben können, weil wir die Augen und die Herzen in Hochmut und Ignoranz verschließen und lieber jammernd die Umstände beklagen, statt "hinter den Umständen" die Gnadengeschenke des Augenblicks zu entdecken!

Ostereier 2013 © Michaela Voss
Wenn wir uns aber aufmachen, um die "Ostereier" der Gnade zu suchen, weil wir im Glauben wissen, dass Gott alles möglich ist, dann werden wir auch unzählige Überraschungen der Liebe Gottes  erfahren und kosten können - und dies ist nicht nur auf die Osterzeit beschränkt.
Weil wir glauben, dass Gottes Liebe uns immer beschenkt, werden wir auch unzählige Wunder finden, die uns dort bereitet sind, wo die Welt sie niemals suchen würde.
Wenn wir uns aufmachen, um die vielen persönlichen „Osterwunder“ der Gnade zu suchen, werden sogar die undenkbarsten Orte und Umstände eine Überraschung der Liebe Gottes bereithalten!

Werden wir Gottes Gnade den Vorzug geben und all unser Vertrauen und unsere Hoffnung voller Begeisterung und "Entdeckerfreude" auf Gott setzen?
Werden wir glauben, dass z.B. die Krise des Augenblicks nur die "Dornenhecke" ist, dass jede Not und Sorge … ein "Versteck für die Liebesgabe Gottes" sein will?

Welche Freude will Gott mit uns teilen, wenn wir all die Wunder und Gnadengeschenke dort suchen und finden lernen, wo sie uns seine Liebe vorbereitet hat.
Wenn wir denn Herrn kennen, werden wir ihm vertrauend stets neu erfahren dürfen, dass die Gnade überall ist. Dann werden wir zuversichtlich und immer neu voll Freude und Dankbarkeit durch den „Garten des Lebens“ springen können (wie Kinder), die niemals genug bekommen, wenn es um Geschenke und "Leckereien" geht. 


Ostereier 2013 © Michaela Voss 
Wir nennen das schlicht: ganzjähriges "Ostereier-Suchen" im geistlichen Leben.
Alles will uns dienen, damit wir Gott noch besser dienen können!
Überall und immer ist ein Augenblick der Gnade, der entdeckt werden will!

Eine gesegnete Hochfestzeit der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus und viel Freude beim „Oster-Wunder-Suchen“ im persönlichen Leben.

© Michaela Voss