Freitag, 29. März 2013

Die "Heilandsklagen" / Improperien

O du mein Volk
Dieses Lied ist ein Klagegesang Jesu, der bei der Kreuzverehrung der Karfreitagsliturgie gesungen wird. Die Bilder stellen den Kreuzweg von Lourdes dar.
Dieser Gesang wird in der Gemeinde St. Martinus Hagen seit Jahren am Karfreitag gesungen.

Videolink: http://youtu.be/-svGhLEerMM



Die Improperien oder Heilandsklagen
Die vollständigen Improperia (gregorianisch) 

(Quelle Wikipedia)


Lateinischer Originaltext
nach dem Graduale Romanum 1973
Deutsche Übersetzung
nach dem Schott-Messbuch
Gereimte Übertragung
I.
Popule meus, quid feci tibi?
Aut in quo contristavi te?
Responde mihi.

Quia eduxi te de terra Aegypti:
parasti crucem salvatori tuo.

Hagios o Theos –
Sanctus deus
Hagios Ischyros –
Sanctus fortis
Hagios Athanatos, eleison hymas. –
Sanctus immortalis, miserere nobis.



Quia eduxi te per desertum
   quadraginta annis,
et manna cibavi te,
et introduxi in terram
   satis optimam:
parasti crucem salvatori tuo.

Hagios o Theos …

Quid ultra debui facere tibi,
   et non feci?
Ego quidem plantavi te
vineam meam speciosissimam:
et tu facta es mihi nimis amara:
aceto namque sitim meam potasti:
et lancea perforasti latus
   salvatori tuo.

Hagios o Theos …

II.
Ego propter te flagellavi Aegyptum
cum primogenitis suis:
et tu me flagellatum tradidisti.
Popule meus …

Ego te eduxi de Aegypto,
demerso Pharaone in mare Rubrum:
et tu me tradidisti
   principibus sacerdotum.
Popule meus …


Ego ante te aperui mare:
et tu aperuisti lancea latus meum.
Popule meus …


Ego ante te praeivi in columna nubis:
et tu me duxisti ad praetorium Pilati.
Popule meus …

Ego te pavi manna per desertum:
et tu me cecidisti
   alapis et flagellis.
Popule meus …


Ego te potavi aqua salutis de petra:
et tu me potasti felle et aceto.
Popule meus …

Ego propter te Chananaeorum
   reges percussi:
et tu percussisti arundine caput meum.
Popule meus …

Ego dedi tibi sceptrum regale:
et tu dedisti capiti meo
   spineam coronam.
Popule meus …

Ego te exaltavi magna virtute:
et tu me suspendisti
   in patibulo crucis.
Popule meus …
I.
A: Mein Volk, was habe ich dir getan,
womit nur habe ich dich betrübt?
Antworte mir.


V: Aus der Knechtschaft Ägyptens habe ich dich herausgeführt.
Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.

I. Hagios, ho Theos,
II. Sanctus Deus.
III. Heiliger Gott.
I. Hagios Ischyros.
II. Sanctus Fortis.
III. Heiliger, starker Gott.
I. Hagios Athanatos, eleison hemas.
II. Sanctus Immortalis, miserere nobis.
III. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

V: Vierzig Jahre habe ich dich geleitet durch die Wüste.
Ich habe dich mit Manna gespeist
und dich hineingeführt in das Land der Verheißung.
Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.


Hagios, ho Theos, …

V: Was hätte ich dir mehr tun sollen und tat es nicht?
Als meinen erlesenen Weinberg pflanzte ich dich,
du aber brachtest mir bittere Trauben,
du hast mich in meinem Durst mit Essig getränkt
und mit der Lanze deinem Erlöser die Seite durchstoßen.




Hagios, ho Theos, …

II.
V: Deinetwegen habe ich Ägypten geschlagen
und seine Erstgeburt,
du aber hast mich geschlagen und dem Tod überliefert.
Mein Volk, …

V: Ich habe dich aus Ägypten herausgeführt
und den Pharao versinken lassen im Roten Meer,
du aber hast mich den Hohenpriestern überliefert.
Mein Volk …

V: Ich habe vor dir einen Weg durch das Meer gebahnt,
du aber hast mit der Lanze meine Seite geöffnet.
Mein Volk …

V: In einer Wolkensäule bin ich dir vorangezogen,
du aber hast mich vor den Richterstuhl des Pilatus geführt.
Mein Volk …

V: Ich habe dich in der Wüste mit Manna gespeist,
du aber hast mich ins Gesicht geschlagen
und mich gegeißelt.
Mein Volk …

V: Ich habe dir Wasser aus dem Felsen zu trinken gegeben und dich gerettet,
du aber hast mich getränkt mit Galle und Essig.
Mein Volk …

V: Deinetwegen habe ich die Könige Kanaans geschlagen,
du aber schlugst mir mit einem Rohr auf mein Haupt.
Mein Volk …


V: Ich habe dir ein Königszepter in die Hand gegeben,
du aber hast mich gekrönt mit einer Krone von Dornen.
Mein Volk …

V: Ich habe dich erhöht und ausgestattet mit großer Kraft,
du aber erhöhtest mich am Holz des Kreuzes.
Mein Volk …
1.
O du mein Volk, was tat ich dir?
Betrübt ich dich? Antworte mir!
Ägyptens Joch entriss ich dich,
du legst des Kreuzes Joch auf mich.

Heiliger Gott!
Heiliger starker Gott!
Heiliger Unsterblicher,
erbarm dich unser!

2.
Ich führte dich durch vierzig Jahr
und reichte dir das Manna dar;
das Land des Segens gab ich dir,
und du gibst mir das Kreuz dafür.
Heiliger Gott! …

3.
Was hab ich nicht für dich getan?
Pflanzt dich als meinen Weinberg an,
und du gibst bittern Essig mir,
durchbohrst des Retters Herz dafür.
Heiliger Gott! …

4.
Ich führte dich durchs Rote Meer,
und du durchbohrst mich mit dem Speer.
Der Heiden Macht entriss ich dich,
du übergabst den Heiden mich.
Heiliger Gott! …

5.
Ich nährte in der Wüste dich,
und du, du lässt verschmachten mich;
gab dir den Lebensquell zum Trank,
und du gibst Galle mir zum Dank.
Heiliger Gott! …

6.
Ich schlug den Feind, gab dir sein Land;
und grausam schlägt mich deine Hand.
Das Königszepter gab ich dir,
du gibst die Dornenkrone mir.
Heiliger Gott! …

7.
Ich gab dir Gnaden ohne Zahl;
du schlägst mich an des Kreuzes Pfahl.
O du mein Volk, was tat ich dir?
Betrübt ich dich? Antworte mir!
Heiliger Gott! …



Karwoche Mittwoch
EVANGELIUM Mt 26, 14-25

Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird

In jener Zeit ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.
Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.
Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern.
Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch.
Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.
Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr?
Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten.

Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.
(aus dem Schott-Messbuch)