Mittwoch, 20. März 2013

Die 7 Worte Jesu am Kreuz

Das Testament des Gottessohnes
die letzten Worte JESU im Jahr des Glaubens betrachten 


Foto / Karte © Michaela Voss (www.agnus-dei-verlag.de)
Wie wichtig und kostbar sind doch die letzten Worte eines Menschen, in denen er ausdrückt, was ihm am allerwichtigsten ist. 


"Letzter Wille" - "Vermächtnis" - "Letzter Wunsch" - "Nachlass" 

Die letzten Worte haben besondere Bedeutung, spezielles Gewicht.
Welches Wort will in diesem Jahr des Glaubens besonders in mein Herz fallen und dort Wurzeln schlagen?

VATER, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Ist des das Flehen um Vergebung? Das stellvertretende Bitten um Erbarmen, die sühnende Liebe, die sich selbst hingibt, um für den Anderen Verzeihung zu erlangen? Ist es das Erbarmen, das sogar im Sterben noch für den Mörder eintritt, weil dessen Heil wichtiger ist, als man selbst? ...?


Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Ist es die Hoffnung, durch das Leid und Elend hindurch das Paradies schauen zu dürfen? Ist es die Verheißung, dass wir durch alle Not und alle Qual hindurch die Türe zum ewigen Leben geöffnet ist? Ist es das ewige HEUTE, das aufleuchtet? Ist es die Gemeinschaft mit Jesus, die heute noch alle Einsamkeit und Verzweiflung durchbricht? ...?

Siehe dein Sohn. Siehe deine Mutter.
Ist es der Blick auf die Mutter Maria, die Kirche, auf die Jesus unsere liebende und sorgende, opfernde und bleibende Liebe lenken will?
Ist es der Blick auf den Apostel, die Hirte, die Priester, ... die Jesus uns ans Herz legt, als liebendes Vermächtnis, für sie stark und standhaft zu sein, ihnen anvertraut und auch für sie mütterlich sorgend ...?
Ist es das große Wort "Siehe", das die ganze Sendung Christi umfängt im: "Ja, ich komme - so steht es über mich in der Schriftrolle -, um deinen Willen, Gott, zu tun." (Hebr 10,7)
Ist es das "Siehe!" in der Verheißung der Erlösung: 
"Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir." (Jes 60,2)  
Siehe, ich bin der Herr, der Gott aller Sterblichen. Ist mir denn irgendetwas unmöglich? (Jer 32,27)
Ist es das "Siehe" Mariens, das hier wie ein Spiegelbild im Sohn aufleuchtet, das "Siehe" der Magd des Herrn, die im Glauben den Sohn Gottes empfängt und den Vater im Himmel voll Jubel preist: "Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter." (Lk 1,48)
Ist es das "Siehe" der Verheißung, das in den Worten des sterbenden Jesus bereits hinweist auf die Vollendung: "Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, amen." ... "Siehe, ich komme bald und mit mir bringe ich den Lohn und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht. (Offb 1,7; 22,12)

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. 
Berührt besonders die Verlassenheit, das Flehen des Kindes, die Not aus der Tiefe, die keinen Halt mehr findet und doch zum Vater ruft, der nicht mehr erspürt wird?
Ist es die Gottverlassenheit der Sündennacht, die hier in ihrer Sühnegewalt sich dem Vater anvertraut, der ferne scheint und unerreichbar - und dessen Kinder wir sein dürfen, weil der Sohn diese Gottferne überwunden hat?
Ist es der Schrei aus der Tiefe aller Gotteskinder, die abgetrieben werden? Ist es der Schrei der Kleinsten, der unzähligen, eingefrorenen Embryonen, die gefangen zwischen Leben und Tod über unbestimmte Zeiten die weder leben, noch sterben dürfen und völlig verlassen in den Tiefkühleinheiten der Fertilisations- und Forschungseinrichtungen existieren und keinen Helfer haben, ...? 

Mich dürstet.
Ist es der Durst Gottes, der Durst seiner Sehnsucht, seiner Liebe, die heimholen will, ... die wartet ...
Ist es die dürstende Quelle der Liebe Gottes, die sich selbst das Herz aufreißen lässt, um uns die Quelle des Heils zu öffnen ... und die so viele Menschen gar nicht haben wollen?
Ist es der Durst des Erlösers nach unserem Herzen, nach unserer Antwort, nach unserer Liebe, ...?

Es ist vollbracht
Ist es die letzte Hingabe, die ins Herz fällt und der man folgen möchte? Ist es die Vollendung, die aufleuchtet und auf die hin sich alles ausrichtet?
Ist es die heilige Ehrfurcht vor dem unbegreiflichen Willen Gottes, der sich auch in der Dunkelheit vollendet? Ist es der tiefste Glaube an Gottes Allmacht, die sich selbst in der letzten Unbegreiflichkeit verherrlicht, auch wenn man selbst nichts davon sehen kann?

Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist
Oder ist es jene letzte Hingabe, die alles schenkt, alles opfert, sich in völliger Entäußerung überantwortet? Ist es das kostbarste Wort der Welt, das berührt, dass wir "Vater" im Sohn Gottes sagen können? 
Sind es die Schöpferhände, denen alles anvertraut ist, die alles geschaffen haben und alles vollenden wollen, die sich nach uns ausstrecken und nach denen wir uns ausstrecken?
Ist es der Geist Gottes indem erst der menschliche Geist seine heilige Ebenbildlichkeit vollendet finden darf, ...?
Ist es jenes letzte Vertrauen im Dunkel, jene letzte Hingabe in Verlassenheit, die hier berührt und ins Herz fällt, der man nachfolgen will, ... um deren Prägung man flehen will ...?

Die 7 Worte Jesu an uns

Welches darf in uns besonders Frucht bringen, in uns besonders aufleuchten?
Hören wir voll Dankbarkeit und Ehrfurcht hin, was der Herr uns als sein innigstes Vermächtnis anvertrauen möchte.

Eine gesegnete Passionszeit.


© Foto / Text: M. Voss
Karte: www.agnus-dei-verlag.de