Sonntag, 15. Dezember 2013

Die O-Antiphonen vom 17.-23. Dezember

Eine Besonderheit der letzten Tage im Advent: Die "O-Antiphonen"


Bild: Public domain (über wikimedia)
Vom 17. bis 23. Dezember werden in der Vesper (des kirchliches Stundengebetes) zum Magnifikat die sogenannten "O-Antiphonen" gesungen. 
"O-Antiphon", weil sie mit "O ..." beginnen.
Sie bilden den letzten Auftakt der Sehnsucht, die den kommenden Erlöser der Welt erwartet und täglich um sein Erscheinen fleht.


Auch nach dem Jahr des Glaubens 

wäre es kostbar, diese wunderbare Tradition wieder mehr ins Bewusstsein aller zu bringen. Darum werden hier im Blog von www.jahrdesglaubens.de täglich ab dem Vorabend wieder die jeweiligen Antiphonen bis zum Heiligen Abend mit deutschem, lateinischem Text und auch eine oder mehrere Vertonungen / Videos zur Verfügung stehen.

HIER findet man eine interessante Auslegung zu den Antiphonen, ihrem Ursprung und ihrer Form.


VORÜBERLEGUNG ÜBER O UND VENI 

Der Name lautet Antiphona O. 
A und O weisen vielleicht auf Alpha und Omega (Offb 22, 23) hin, der Erste und der Letzte, 
der kam und kommen wird. Will das A – O sagen, dass dies Christuslieder sind? 
O ist das Wort des lebhaften Affektes in der lateinischen Sprache und in vielen anderen 
Idiomen. Es ist ein sehr rascher, ein tiefer menschlicher Laut. Es sieht und hört sich an wie 
ein offener Mund, der noch nicht weiß, ob er klagen oder staunen soll. 
Veni! Komm! Dieser Ruf spielt eine große Rolle in den verbreiteten Rufliedern der Antike. 
Urerlebnis der Menschen ist die Ankunft, das Kommen. (Menschen – Einsamkeit – 
Sehnsucht – Erwartung – Heimkehr …) 
Das Veni macht die O-Antiphonen zu einem Inkarnations- und Erlösungsgebet, zu einem 
Weihnachts- und Parusieruf. Es wird zum Grundton jener Lieder, die nichts anderes sind als 
Variationen über den Schluss der Geheimen Offenbarung (Offb 22, 16):  
„Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der glänzende Morgenstern. Wer hört, der 
spreche: Komm! Wer dürstet möge kommen… Der dies bezeugt, Spricht: Ja, ich komme 
bald. Amen. Komm, Herr Jesu!“  


Eine der bekanntesten O-Antiphonen ist das O Komm Emmanel.

Hier ein Video in dieser Intention (auch wenn es natürlich noch nicht die eigentliche O-Antiphon im Originaltext ist): http://youtu.be/bPfdD3pBUig das die ganze Erwartung des geknechteten Volkes Israel auf den Erlöser und Messias mit Filmauszügen aus einem Jesusfilm sehr eindrucksvoll zum Ausdruck bringt.