Freitag, 7. Dezember 2012

08. Dezember - Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Das Dogma „Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit, zu Schmuck und Zierde der jungfräulichen Gottesmutter, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und definieren Wir: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben.“ 
(Pius IX., Apostolisches Schreiben „Ineffabilis Deus“, verkündet am 8. Dezember 1854) 

Auschnitt aus der Betrachtung zu den Lesungen der Hl. Messe vom Hochfest

(Quelle: www.evangelium-vom-tag.de - unsere Seite mit täglichen Betrachtungen zu den liturgischen Texten der Hl. Messe)
Foto: © Michaela Voss
Wie überreich beschenkt uns heute das Wort Gottes in der Tiefe seines Reichtums!
Ein mächtiger Bogen spannt sich vom Anbeginn bis zur "Fülle der Zeit" (vgl. Eph 1,10).
Dort Adam, der Gottes Gegenwart flüchtet -
Hier der Neue Adam / Jesus, der uns Gottes Gegenwart wieder schenkt.
Dort Furcht und Scham, Flucht -
Hier Ehrfurcht, Fruchtbarkeit und Hingabe im Heiligen Geist.
Dort bittere Erkenntnis die trennt und zerstört und raubt Hier das Erkennen, die Vereinigung mit Gott, die heilt, fruchtbar wird und Gott selbst schenkt.
Dort Schuldzuweisung und Entzweiung -
Hier die Vorwegnahme der Erlösungsfrucht in der unbefleckt empfangenen Jungfrau, die nun im Hl. Geist gewürdigt wird, die Fülle der Gnade zu tragen und in vollkommener Einheit mit Gottes Willen, das fleischgewordene Wort tragen darf.
Dort dunkle, anklagende, entzweiende Worte voll Bitterkeit, Trotz, Ungehorsam, Auflehnung und Unlauterkeit ...
Hier strahlend der Erlöser, das fleischgewordene Wort, ... Jesus, der uns alle mit dem Vater vereinen will, voll Zärtlichkeit und Erbarmen, in Demut, Gehorsam und Hingabe, die lebendige Wahrheit ... im unbefleckten, gehorsamen Herz Mariens, das gehorsam, demütig, wahr und klar, voll Hingabe und Lauterkeit ... dieses WORT empfängt.
Dort der Sündenfall, der Zerfall aller Ordnung und Harmonie, ... -
Hier die Menschwerdung des Erlösers und die Wiederherstellung der heiligen Schöpfung in Gott.
Dort unfruchtbarer Staub, als Fraß der Schlange -
Hier fruchtbarer, reinster Schoß als kostbarer Boden für den Beginn der Neuschöpfung aller Welt in Christus Jesus.
Dort geschändeter Garten des Paradieses mit den bitteren Folgen der Sünde und dem Verlust der Einheit mit Gott -
Hier in Maria das neue Paradies, das der Erlöser öffnet und mit Seiner Herrlichkeit und Gegenwart erfüllt.
Dort zerstörte Schöpfungsordnung durch den Bruch der Sünde -
Hier eine neue Schöpfung in Maria, die zum Boden für den Neuen Menschen wird, wenn in ihrem Schoß Christus Fleisch annimmt.
Dort die gebrochene Natur des Menschen durch die Sünde Hier die neue und geheiligte Natur des Menschen, die im unbefleckten Herzen Mariens aufstrahlt.
Dort der gierige Griff nach der verbotenen Frucht -
Hier das leuchtende Empfangen der verheißenen und geschenkten Gnade.
Dort die nackte, beschämende Wahrheit der Sünde -
Hier die strahlende Verborgeneit und Schönheit der Verheißung Gottes in der Fülle der Gnade des menschgewordenen Erlösers.
Dort der Beginn des Krieges des Bösen gegen den Menschen -
Hier der Beginn der Versöhung mit Gott und der Sieg in Jesus Christus, der Mensch geworden ist, um die Macht des Bösen zu brechen ...
Dort die Verdunkelung aller Schöpfung durch die Sünde, die sich im Dunstkreis der Lüge Satans der Gnade verweigert -
Hier der Aufgang der Sonne der Gerechtigkeit in Maria, die voll der Gnade ist und im Heiligen Geist empfängt.
Diese Gegenüberstellung der Gegensätzlichkeiten - die in der heutigen Feier der Heiligsten Eucharistie das Geheimnis der Erlösung in einem gewaltigen Aufleuchten gegenwärtig setzt - ließe sich noch lange fortsetzen.

Der Antwortpsalm greift die Schönheit des Erlösungsgeheimnisses im Jubel auf und preist Gott in diesem Spannungsbogen über die Zeiten hinweg. Unser Blick darf darin weit werden und unser Herz erhebt sich zu Gott, unserem Retter, wenn wir uns diese Worte zu eigen machen:
... Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt!
(Ich bin jedem Priester unendlich dankbar, wenn er seiner Gemeinde die Fülle der Schrifttexte schenkt und nichts davon weglässt - mit fraglichen, pastoralen Begründungen!)
Auch die zweite Lesung spannt sich in ihrem Lobpreis von der Erschaffung der Welt - über unsere Erwählung am heutigen Tag, in unserem je eigenen Leben dieser Zeit - bis hin zur Ewigkeit, in der wir als Erben Christi im Vaterhaus Gottes jubeln dürfen.
Jede heilige Messe öffnet diese Dimension über Zeit und Raum hinweg in die Ewigkeit und Herrlichkeit des Herzens Gottes. In jeder heiligen Messe strahlt im Wort Gottes ein je eigener Glanz der himmlischen Wahrheit auf, die uns heute schon einhüllen will, durchströmen und durchfluten möchte, damit wir immer mehr vom Wandlungsgeheimnis des Kreuzesopfers und der Auferstehung Jesu ergriffen und durchdrungen werden.
Wenn wir heute das Geheimnis Mariens feiern, in dem sie im Erlösungswerk Gottes auf eine besondere Gnade hin von Anbeginn vor aller Sündenverdunkelung bewahrt wurde, um ein würdiger Ort, ein neuer Paradieseboden zu sein, von dem Gott neu "Erde" nehmen wollte, um DEN NEUEN MENSCHEN in JESUS aufscheinen zu lassen, dann ist das ein Privileg, für das wir dankbar sein dürfen!


Foto: (c) Michaela Vos
Geheimnis - Maria - und wir in Ihren Spuren
Maria - unbefleckt Empfangene
Wir - in der Taufe von aller Erbschuld Erlöste!
Maria - vor aller Sünde bewahrt, ganz rein und makellos
Wir - im Bußsakrament stets neu von aller Sünde gereinigt
Maria - voll der Gnade und Wohnstätte des Hl. Geistes.
Wir - besonders in Taufe und Firmung zu Tempeln des Geistes geweihte Kinder Gottes!
Maria - die in ihrem Leib das fleischgewordene Wort - JESUS empfangen und getragen hat
Wir - die wir im Geheimnis der Hl. Eucharistie in unsererm Leib das fleischgewordene Wort - Jesus - empfangen und tragen dürfen!
Maria - die uns das ewige Wort, den Erlöser geboren hat
Wir - die wir berufen sind, das Wort nicht nur in uns aufzunehmen, sondern es der Welt zu schenken, im Auftrag Jesus: Geht und verkündet allen ...
Maria - Tochter des Vaters!
Maria - Braut des Heiligen Geistes!
Maria - Mutter des Sohnes!
Maria - unbefleckte und makellose Jungfrau, Mutter, Tochter und Braut!
Bitte für uns - damit Gott sich auch in unserem Leben verherrliche, wie Er es auf einzigartige Weise an Dir getan hat - Amen!
© 07.1.2011 Michaela Voss

PREDIGT VON JOHANNES PAUL II.
Zum Hochfest der Unbefleckten Empfängnis der Sel. Jungfrau Maria
Mittwoch, 8. Dezember 2004 
(150 Jahrfeier)


Bild Public domain (über wikimedia)

GEBET aus der ANSPRACHE VON BENEDIKT XVI.

AN DER MARIENSÄULE AUF DEM SPANISCHEN PLATZ
am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis der Sel. Jungfrau Maria
(Montag, 8. Dezember 2008)


O Unbefleckte Jungfrau, 
in diesem Augenblick möchte ich Dir besonders die „Kleinen“ dieser Stadt anvertrauen: Zuallererst die Kinder, und dann besonders die Schwerkranken, 
die benachteiligten Jugendlichen 
und all diejenigen, die unter schwierigen Familiensituationen zu leiden haben. 

Wache über sie und lass sie in der Zuneigung und Hilfe der Menschen, 
die ihnen nahe stehen, die Wärme der Liebe Gottes spüren.

Ich vertraue Dir, o Maria, die alten Menschen an, 
die einsam sind, die Kranken, die Einwanderer, die sich schwer mit der Integration tun, 
die Familien, die versuchen mit wenig Geld auszukommen 
und die Menschen, die keine Arbeit finden oder die ihre Arbeit verloren haben, 
die sie dringend für ihren Lebensunterhalt brauchen.

Lehre uns, Maria, solidarisch zu sein mit denen, die in Nöten sind. 
Hilf die immer größere soziale Schere zu überwinden. 
Hilf uns, einen lebendigeren Sinn für das Gemeinwohl im Respekt vor allem, 
was öffentlich ist zu pflegen.
Sporne uns dazu an, diese Stadt – und mehr denn je diese unsere Stadt Rom – 
als etwas anzusehen, das allen gehört, 
damit jeder einzelne gewissenhaft und engagiert das Seine tut, 
um eine gerechtere und solidarische Gesellschaft zu bauen.

O unbefleckte Mutter, 
die du für alle ein sicheres Zeichen der Hoffnung und des Trostes geworden bist, 
lass uns alle von deiner unbefleckten Unschuld angezogen werden. 

Deine Schönheit – Tota Pulchra besingen wir heute – zeigt uns, 
dass der Sieg der Liebe möglich ist; ja, dass er sicher ist; 
sie zeigt uns, dass die Gnade stärker ist als die Sünde, 
und dass es möglich ist, aus jeglicher Art von Versklavung frei zu kommen.

Ja, o Maria, du hilfst uns, vertrauensvoller an das Gute zu glauben, 
auf die Absichtslosigkeit zu setzen, auf die Dienstbereitschaft, 
auf die Gewaltlosigkeit, auf die Kraft der Wahrheit; 
du machst uns Mut, wach zu bleiben, 
nicht der Versuchung nach einfachen Ablenkungen nachzugeben, 
uns mutig und vertantwortungsvoll der Realität mit ihren Problemen zu stellen.

So hast auch du es getan, junge Frau, die du berufen warst, 
auf ein Wort des Herrn hin alles zu riskieren. 
Sei eine liebevolle Mutter für unsere jungen Menschen, 
damit sie den Mut haben, zu „Wächtern der Morgenröte“ zu werden, 
und schenke diese Tugend allen Christen, 
damit sie in diesem nicht einfachen historischen Augenblick 
zur Seele der Welt werden. 

Unbefleckte Jungfrau, 
Mutter Gottes und unsere Mutter, 
Salus Populi Romani, bitte für uns.