Samstag, 14. September 2013

Fest Kreuzerhöhung

Heiliges Kreuz - Hoffnung und Lebensbaum

"Das Kreuzfest im September hat seinen Ursprung in Jerusalem; dort war am 13. September 335 die Konstantinische Basilika über dem Heiligen Grab feierlich eingeweiht worden. 
Der 13. September war auch der Jahrestag der Auffindung des Kreuzes gewesen. 
Am 14. September, dem Tag nach der Kirchweihe, wurde in der neuen Kirche dem Volk zu ersten Mal das Kreuzesholz gezeigt („erhöht“) und zur Verehrung dargereicht." 
(Quelle: Schott Messbuch)
Bild Public domain

"Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft." (1Kor 1,18)


Kreuzerhöhung

"Welchen Sinn hat es, das "Kreuz" zu "erhöhen? 
Ist es nicht vielleicht anstössig, ein entehrendes Instrument der Hinrichtung zu verehren? 
Der Apostel Paulus sagt: "Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit" (1 Kor 1,23). 

Die Christen verehren jedoch nicht irgendein Kreuz, sondern das Kreuz, das Jesus geheiligt hat durch sein Opfer, Frucht und Zeugnis unermessliche Liebe. 
Am Kreuz hat Christus sein Blut ganz vergossen, um die Menschheit aus der Knechtschaft der Sünde und des Todes zu befreien. 
Deshalb wurde das Kreuz aus einem Zeichen des Verderbens zu einem Zeichen des Segens, aus einem Symbol des Todes zum Symbol der Liebe schlechthin, einer Liebe, die Hass und Gewalt besiegt und unsterbliches Leben hervorbringt. 

"O Crux, ave spes unica! Heiliges Kreuz, unsere einzige Hoffnung!" so singt die Liturgie."
Papst Benedikt XVI. zum Angelus am 17. September 2006

© Michaela Voss / Karte www.agnus-dei-verlag.de



"Wenn wir heute Kreuzerhöhung feiern, dann ist das ein Fest, das im historischen Auffinden des Kreuzes und seiner Verehrung ein ewiges Zeichen finden soll und darf: Wir müssen die Weisheit des Kreuzes suchen und wenn wir es finden, dann dürfen wir diese Wahrheit über unserem Leben erheben, es hoch aufgerichtet immer tiefer anblicken und betrachten. So wird die Wahrheit und Unbegreiflichkeit des Kreuzes sich unserem Leben einprägen und alles wird gewandelt.
Die Hilflosigkeit verwandelt sich in Kraft, die Ewigkeitswerte schaffen darf.
Die Armut verwandelt sich in den Reichtum der himmlischen Güter.
Die Zerrissenheit und Wunden werden verwandelt in himmlischen Glanz und leuchtende Male des Auferstandenen.
Die Aussichtslosigkeiten und Ängste wandeln sich in Hoffnung und Zuversicht aus dem Glauben an die Erlösermacht und Güte Gottes.
Der Untergang verwandelt sich in Neuanfang.
Der Schmerz wandelt sich in Jubel und die unter Tränen säen, werden mit Jubel ernten. (Ps 126,5)
Im Licht des Kreuzes-Schattens wird alles in die Wandlungskraft des Erlösers hinein getragen und wir werden frei für die mächtige Gnadenwirksamkeit des Himmels.

Wenn wir das Fest Kreuzerhöhung ernst nehmen, dann werden wir Gott bitten, in unserem Leben das Heilige Kreuz fest in der Mitte zu verankern, so dass wir immer zum Erlöser am Kreuz aufblicken können, wo uns die Sklaverei fesseln will, damit die Ketten aufgebrochen werden."

© Michaela Voss 
aus: Betrachtung zum Fest auf dem Partnerblog Evangelium-von-Tag.de



Seht das Kreuz des Herrn! 
Flieht, ihr feindlichen Mächte! 
Gesiegt hat der Löwe von Juda, 
der Sproß aus Davids Geschlecht, 
Halleluja.

Antiphon: Lesehore Fest Kreuzerhöhung

 © Michaela Voss

Pange lingua gloriosi proelium certaminis

Preise, Zunge, und verkünde
den erhabnen Waffengang;
auf das Kreuz, das Siegeszeichen,
singe den Triumphgesang.
Singe, wie der Welt Erlöser
starb und dennoch Sieg errang.

Denn verblendet aß sich Adam
einst vom Baume das Gericht;
doch der Schöpfer voll Erbarmen
wollte sein Verderben nicht
und hat selbst den Baum erkoren,
der den Fluch des Baumes bricht.

Gottes Plan, uns zu erlösen,
hat verlangt die Opfertat,
und des Vaters ew’ge Weisheit
macht zuschanden den Verrat
und verlieh barmherzig Heilung,
wo der Feind verwundet hat.

So ward in der Zeiten Fülle
uns gesandt des Vaters Sohn,
er, der Schöpfer aller Welten,
stieg herab vom Himmelsthron
und ward Fleisch und ward geboren
und ward einer Jungfrau Sohn.

Als nach dreißig Erdenjahren
für den HERRN die Stunde kam,
daß er unseres Heiles wegen
Tod und Leiden auf sich nahm,
wurde er erhöht am Kreuze,
dargebracht als Gotteslamm.

Seht den Essig, seht die Galle.
Dornen, Nägel, Speer voll Wut
seinen zarten Leib durchbohren
Wasser strömt hervor und Blut;
Erde, Meere, Sterne, Welten
werden rein durch solche Flut.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten HERRN, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit.

Gesungener Hymnus nach der Melodie von “Tantum ergo sacramentum”