Mittwoch, 15. August 2012

Maria - Urbild der Kirche

"Mariae-Himmelfahrt" - der Ausblick auf die Vollendung des Glaubens

Ausschnitt aus dem Gemälde von Tiziano Vecell (Public domain)

"Selig bist du, Jungfrau Maria; durch dich ist Christus gekommen, das Heil der Welt. Nun freust du dich vor ihm in deiner Herrlichkeit" 
(Antiphon Laudes - Hochfest: Mariae Aufnahme in den Himmel)

Maria wird oft das "Urbild der Kirche" genannt.
Papst Benedikt XVI. sagte in seiner Predigt im Petersdom am  01. Januar 2012: "Maria ist Mutter und Urbild der Kirche, die in ihrem Glauben das göttliche Wort aufnimmt und sich Gott darbietet als „guter Boden“, in dem er sein Geheimnis der Erlösung weiter vollbringen kann. Auch die Kirche hat teil am Geheimnis der göttlichen Mutterschaft mittels der Verkündigung, die in der ganzen Welt den Samen des Evangeliums aussät, und mittels der Sakramente, die den Menschen die Gnade und das göttliche Leben schenken. Insbesondere im Sakrament der Taufe lebt die Kirche diese Mutterschaft, wenn sie Kinder Gottes hervorbringt aus dem Wasser und dem Heiligen Geist, der in jedem von ihnen „Abba! Vater!“ (Gal 4,6) ruft. 
Wie Maria ist die Kirche Mittlerin des Segens Gottes für die Welt: Sie empfängt den Segen, da sie Jesus aufnimmt, und sie teilt ihn mit, indem sie Jesus bringt. 
Jesus ist die Barmherzigkeit und der Friede, den sich die Welt aus sich heraus nicht geben kann und den sie immer und viel mehr als das tägliche Brot braucht." 


In Maria finden wir alle Gaben und die Vollendung in der Gnade Gottes und wenn wir das Hochfest ihrer Aufnahme in den Himmel feiern, dann dürfen wir darin auch unsere Auferstehung  und Heimkehr zu Gott finden.

In jeder Heiligen Messe feiern wir bereits auf geheimnisvolle Weise, was heute als Hochfest im Besonderen aufleuchtet: Die leibliche Aufnahme des Menschen in die Fülle und Vollendung des Seins in Gott durch die Gabe der Erlösung in Jesus Christus.
So wie Maria als erste vollendete Frucht der Erlösung in die Herrlichkeit des Himmels ganz und gar eingeht, so dürfen auch wir in jeder Heiligen Messe bereits einen ersten Schritt über die "Schwelle des Lebens" - "ins ewige Leben" - tun, wenn wir "im Leib" - "den Leib des Herrn" empfangen. 
In Jesus Christus sind wir so bereits "leibhaftig" in die heiligste Gemeinschaft Gottes aufgenommen und darum sagt der Herr: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag." (Joh 6,54)

Die Kirche und jedes getaufte Kind Gottes dürfen in Maria bereits schauen, was uns geschenkt und verheißen ist.
Wie Maria rein und makellos vor Gottes Angesicht steht - dürfen auch wir in Taufe und im Sakrament der Versöhnung stets neu gereinigt und geheiligt vor Gottes Angesicht treten.
Wie Maria vom Heiligen Geist erfüllt zum ersten lebendigen Tempel, Tabernakel, und zur ersten lebendigen Monstranz wurde, weil sie in ihrem Leib den Leib des Sohnes Gottes empfing und tragen durfte, ... - dürfen auch wir erfüllt vom Heiligen Geist in Taufe und Firmung als lebendige Tempel, Tabernakel und Monstranz besonders im Sakrament der Heiligsten Eucharistie zu Christusträgern werden und den Herrn dorthin tragen, wo Er wirksam sein will.
Wie Maria den Herrn in den Alltag trug, unerkannt, verborgen und doch als Quelle der Gnade - so dürfen auch wir in der Gabe Gottes, erfüllt vom Geist Gottes und dem lebendigen Wort Gottes in uns den Herrn in unseren Alltag tragen und so die Quelle des Lebens in unsere Welt hinein öffnen, wo wir uns gebrauchen lassen, Zeugen Gottes werden ...
Wie Maria dem Herrn folgte und bei ihm blieb, bis über das Kreuz hinaus, bis über das Ostergeheimnis hinaus, bis über Pfingsten und die Heimkehr Jesu zum Vater hinaus, ... so dürfen auch wir dem Erlöser folgen und am ganzen Geheimnis Gottes teilhaben, das uns und die Menschen um uns heimleiten will, zum Vater, uns erfüllen will im Heiligen Geist ...

Wie Maria mit Leib und Seele aufgenommen wurde, in die Herrlichkeit des Himmels und vollendet das Erbe Gottes empfing, werden auch wir durch die Erlöungsgnade heimkehren dürfen und in unserer vollendeten Gestalt ewig eingehen in das Erbe der Kinder Gottes.

Wenn an diesem Fest Kräuter gesegnet werden, ist das ein wunderbares Sinnbild dafür, dass alle Schöpfung heimgeholt wird, dass alle Schöpfung wieder Segen erlangt, dass Gott alle Schöpfung im Heil aufnehmen und dass die Fülle des Heils alle Kreatur durchdringen und vollenden will, wo die Erlösung fruchtbar ist.
Maria ist die erste Frucht der Erlösung, die vollkommen erlangt hat, was in Christus aller Welt verheißen ist, durch Jesus Christus im Heiligen Geist zu Ehre des Vaters.

Das Jahr des Glaubens lädt uns ein, die tiefen Wahrheiten und die wunderbare Hoffnung des Glaubens neu und intensiv zu betrachten. 
In Maria finden wir die Fülle der Gnade wie es schon der Engel verkündete: "Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir." (Lk 1,28)


Gegrüßet seist Du Maria
Gegrüßet seist Du, Maria,
voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Ave, Maria,
gratia plena,
Dominus tecum;

benedicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui, Jesus.

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus,
nunc et in hora mortis nostrae. Amen.



Bild (Public domain): Mosaïque d'une des chapelles de la Basilique Notre-Dame du Rosaire
(niveau inférieur) : l'Assomption de la Vierge Marie.


Das Dogma
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Am 1. November 1950 formulierte Papst Pius XII. in der Apostolischen Konstitution "Munificentissimus Deus" das Dogma der leiblichen Aufnahme in den Himmel und bestätigte damit das, was bereits seit langer Zeit gefeiert wurde:
"In der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und auch kraft Unserer eigenen verkündigen, erklären und definieren Wir: Es ist ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die immerwährende Jungfrau Maria, die makellose Gottesgebärerin, als sie den Lauf des irdischen Lebens vollendete, mit Leib und Seele zur himmlischen Glorie aufgenommen wurde."


Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Mari%C3%A4_Aufnahme_in_den_Himmel 
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