Freitag, 11. April 2014

Schmerzhafter Freitag - Gedenken der Schmerzen Mariens

Foto © Michaela Voss

Am Freitag vor dem Palmsonntag wird noch immer mancherorts die Betrachtung dem Mit-Leiden der Mutter des Herrn gewidmet


Zur Geschichte:
  • Kölner Synode 1423: Empfehlung eines Gedenken der Schmerzen Mariens (Septem Dolorum B.M.V.) das am 3. Freitag nach Ostern begangen wurde
  • 1667 den Serviten zu feiern erlaubt, 
  • dann 1688 vom Sel. Papst Innozenz XI. eingeführt 
  • 1721 als "Fest der sieben Schmerzen der seligen Jungfrau Maria " auf die ganze Kirche ausgedehnt und auf Freitag vor dem Palmsonntag (Schmerzhafter Freitag) verlegt
  • 1727 durch Benedikt XIII. für die ganze Kirche vorgeschrieben (Vor allem verbreitet dann als Bittfest für den von Napoleon 1809 gefangengenommenen Papst Pius VII. (1800-1823). Parallel entwickelte sich am 15. September ein Gedächtnis der Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria, das 1814  als Dankfest für die Rückkehr aus der napoleonischen Gefangenschaft von Pius VII. verbindlich eingeführt wurde 
  • seit 1913 wird das "Gedächtnis (G) der Schmerzen Mariae" am 15. September offiziell begangen, dem Oktavtag von Mariae Geburt und dem Tag nach Kreuzerhöhung. 


Die "Sieben Schmerzen Mariens" 
  1. Die Weissagung Simeons, bei der Darstellung Jesu im Tempel, sagte Simeon zu Maria, dass ein Schwert durch ihre Seele durchdringen werde (Lk 2,35)
  2. Die Flucht nach Ägypten vor dem Kindermord des Herodes  (Mt 2,13-15)
  3. Der Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel zu Jerusalem und dasd dreitätige Suchen nach ihm (Lk 2,42-48).
  4. Ihre Begegnung mit JESUS am Kreuzweg, dargestellt in der IV. Station der Kreuzwegandacht (vgl. Lk 23,27)
  5. Das Ausharren und Stehen unter dem Kreuz Jesu (Joh 19,25-27)
  6. Die Kreuzabnahme Jesu, vgl. die 13. Station der Kreuzwegandacht, in der Kunst dargestellt als "Pietà".
  7. Die Grablegung Jesu, erinnert in der 14. Station der Kreuzwegandacht.





Stabat Mater 

Gereimte Übertragung Heinrich Bone 1847

Christi Mutter stand mit Schmerzen
bei dem Kreuz und weint von Herzen,
als ihr lieber Sohn da hing.

Durch die Seele voller Trauer,
schneidend unter Todesschauer, 
jetzt das Schwert des Leidens ging. 

Welch ein Schmerz der Auserkornen, 
da sie sah den Eingebornen, 
wie er mit dem Tode rang. 

Angst und Jammer, Qual und Bangen, 
alles Leid hielt sie umfangen, 
das nur je ein Herz durchdrang. 

Ist ein Mensch auf aller Erden, 
der nicht muss erweichet werden, 
wenn er Christi Mutter denkt, 

wie sie, ganz von Weh zerschlagen, 
bleich da steht, ohn alles Klagen, 
nur ins Leid des Sohns versenkt? 

Ach, für seiner Brüder Schulden 
sah sie ihn die Marter dulden, 
Geißeln, Dornen, Spott und Hohn; 

sah ihn trostlos und verlassen 
an dem blutgen Kreuz erblassen, 
ihren lieben einzgen Sohn. 

O du Mutter, Brunn der Liebe, 
mich erfüll mit gleichem Triebe, 
dass ich fühl die Schmerzen dein; 

dass mein Herz, im Leid entzündet, 
sich mit deiner Lieb verbindet, 
um zu lieben Gott allein. 


Drücke deines Sohnes Wunden, 
so wie du sie selbst empfunden, 
heilge Mutter, in mein Herz! 

Dass ich weiß, was ich verschuldet, 
was dein Sohn für mich erduldet, 
gib mir Teil an seinem Schmerz! 

Lass mich wahrhaft mit dir weinen, 
mich mit Christi Leid vereinen, 
so lang mir das Leben währt! 

An dem Kreuz mit dir zu stehen, 
unverwandt hinaufzusehen, 
ist’s, wonach mein Herz begehrt. 

O du Jungfrau der Jungfrauen, 
woll auf mich in Liebe schauen, 
dass ich teile deinen Schmerz, 

dass ich Christi Tod und Leiden, 
Marter, Angst und bittres Scheiden 
fühle wie dein Mutterherz! 

Alle Wunden, ihm geschlagen, 
Schmach und Kreuz mit ihm zu tragen, 
das sei fortan mein Gewinn! 

Dass mein Herz, von Lieb entzündet, 
Gnade im Gerichte findet, 
sei du meine Schützerin! 

Mach, dass mich sein Kreuz bewache, 
dass sein Tod mich selig mache, 
mich erwärm sein Gnadenlicht, 

dass die Seel sich mög erheben 
frei zu Gott in ewgem Leben, 
wann mein sterbend Auge bricht!







Sequenz aus dem Schott-Messbuch zum 15. September 
Christi Mutter stand mit Schmerzen / bei dem Kreuz und weint‘ von Herzen, / als ihr lieber Sohn da hing.
Durch die Seele voller Trauer, / seufzend unter Todesschauer, / jetzt das Schwert des Leidens ging.
Welch ein Schmerz der Auserkornen, / da sie sah den Eingebornen, / wie er mit dem Tode rang!
Angst und Trauer, Qual und Bangen, / alles Leid hielt sie umfangen, / das nur je ein Herz durchdrang.
Wer könnt‘ ohne Tränen sehen / Christi Mutter also stehen / in so tiefen Jammers Not?
Wer nicht mit der Mutter weinen, / seinen Schmerz mit ihrem einen, / leiden bei des Sohnes Tod?
Ach, für seiner Brüder Schulden / sah sie ihn die Marter dulden, / Geißeln, Dornen, Spott und Hohn!
Sah ihn trostlos und verlassen / an dem blut‘gen Kreuz erblassen, / ihren lieben, einz‘gen Sohn.
Gib, o Mutter, Born der Liebe, / dass ich mich mit dir betrübe, / dass ich fühl‘ die Schmerzen dein.
Dass mein Herz von Lieb‘ entbrenne, / dass ich nur noch Jesus kenne, / dass ich liebe Gott allein.
*Heil'ge Mutter, drück die Wunden, / die deinen Sohn am Kreuz empfunden, / tief in meine Seele ein.
Ach, das Blut, das er vergossen, / ist für mich dahingeflossen; / lass mich teilen seine Pein.
Lass mich wahrhaft mit dir weinen, / mich mit Christi Leid vereinen, / solang mir das Leben währt.
Unterm Kreuz mit dir zu stehen, / unverwandt hinaufzusehen, / ist es, was mein Herz begehrt.
O du Jungfrau der Jungfrauen, / wollst in Liebe mich anschauen, / dass ich teile deinen Schmerz.
Dass ich Christi Tod und Leiden, / Marter, Angst und bittres Schei­den / fühle wie dein Mutterherz.
Lass mich tragen seine Peinen, / mich mit ihm am Kreuz vereinen, / trunken sein von seinem Blut.
Dass nicht zu der ew‘gen Flamme / der Gerichtstag mich verdamme, / steh, o Jungfrau, für mich gut.
Christus, um der Mutter Leiden / gib mir einst des Sieges Freuden / nach des Erdenlebens Streit.
Jesus, wann mein Leib wird sterben, / lass dann meine Seele erben / deines Himmels Seligkeit. Amen.





"Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 
Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! 
Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 

Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. 

Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf." 
(Joh 19,25-30)