Dienstag, 19. Februar 2013

Die 7 Beicht-B's

Wer kennt sie noch, die B's für eine gute Beichte?
Normalerweise sind 5 B's bekannt, doch ich habe sie nun um zwei wichtige B's ergänzt, die nämlich sonst gerne in Vergessenheit geraten: Beten und Bedanken.
Wer gut beichten will, wird alles im Gebet beginnen, denn Gott selbst will uns offenbaren, wo wir Umkehr und Versöhnung empfangen dürfen. 
("Kehre uns, Herr, dir zu, dann können wir uns zu dir bekehren." Klgl 5,21)
Im Geist Gottes wird dann das Besinnen, das Nachdenken und Bewusst-werden der Sünde keine bloße "Psycho-Anlayse" und keine "skrupulöse Nabelschau", sondern eine echte Gewissenserforschung ohne Furcht und ohne beschönigende Ausredensuche.
Es ist der Geist Gottes, der uns "aufdecken" will, damit "ans Licht kommt", was geheilt und gewandelt werden soll. (vgl. Joh 16,8.9; 1Kor 4,5)
Im Licht der Gnade wird so auch die Reue eine andere Qualität haben, denn dann geht es nicht nur darum, sich so manche eigenen "Schönheitsfehler" einzugestehen, sondern es wird immer mehr die echte Erkenntnis möglich, die in Gottes Gegenwart bereut, weil jede Sünde zuerst gegen Gottes Liebe fehlt. (vgl. z.B. Ps 51,6; Sir 17,24-26)
Daraus folgt dann ein echtes Mühen und der Vorsatz, sich zu Bessern - eben nicht nur, damit man sich besser fühlt - sondern weil Gott würdig ist und weil die Liebe uns antreibt, Gottes Liebe zu beantworten mit unserer neuen Treue, mit neuem, echtem Bemühen, der Liebe Gottes zu entsprechen ... (vgl. z.B. Jer 7,3)
Ein solches Bekenntnis wird dann ehrlichen Herzens wahrhaft um Vergebung, um Heilung und die Gnade der Erneuerung werden. Es geht dann auch nicht um falsche Beschämungen und auch nicht um "Beichten mit Geschenkpapier und Schleifenband" (beschönigendes Geschwätz, das mehr begründet, als bekennt), sondern dann wird das Bekennen ein echtes Benennen und in der Vergebung auch eine echte Befreiung. (z.B. Spr 28,13; Jak 5,16)
An der vollkommenen Sühne Christi dürfen wir in einem kleinen Zeichen der eigenen Bußfertigkeit teilhaben am Erlösungswerk des Herrn und wie kostbar ist dann eine solche Buße! So gering sie sein mag, so wenig angemessen sie scheinen mag - sie wird im Erlöser immer unermessliche Kraft und Gnade mit sich bringen -nicht weil wir so großes tun könnten, sondern weil Gott Großes tut! (vgl. z.B. Apg 3,19)
Dank aus tiefstem Herzen ist dann eine Selbstverständlichkeit, wo ein Mensch begreifen oder erahnen darf, was ihm im heiligen Sakrament der Buße geschenkt ist und wie groß Gottes Liebe und sein heilendes Erbarmen ist. (vgl. z.B. Kol 3,15)
Aus diesem Dank wächst dann auch eine ganz neue Befähigung, am ewigen Dankopfer Christi - an der Heiligen Eucharistie teilzunehmen (Eucharistie=Dank)!

© Michaela Voss / www.agnus-dei-verlag.de

Das Sakrament der Versöhnung und das Sakrament der Eucharistie sind unmittelbar und eng miteinander verbunden! 
An der Liebe zum Ersten und dem dankbaren, regelmäßigen Empfang wird sich maßgeblich die Fruchtbarkeit des Zweiten ablesen lassen. 
Wer das Bußsakrament verachtet und gering schätzt, wird auch kaum fähig sein, die Fülle der Gnade im Geheimnis der heiligsten Eucharistie zu empfangen.


"Wir bitten an Christi statt: 
Lasst euch mit Gott versöhnen!" 
(2 Kor 5,20b)