Sonntag, 6. Januar 2013

Epiphanie - Erscheinung des HERRN (06. Januar)

Kommt und lasst uns den König der Könige anbeten 
und ihm Geschenke bringen!


DREIKÖNIG
Die eigentliche Bezeichnung des heutigen Festes ist Erscheinung des Herrn. Die Kirche feiert das Sichtbarwerden der Göttlichkeit Jesu. Die drei Weisen aus dem Morgenland gelten als die ersten Missionare, die den göttlichen Erlöser in die Länder der Heiden getragen haben. Im Kölner Dom verehrt die Kirche die Reliquien.

In Rom werden im heutigen Gottesdienst die Daten der Festtage für das Kirchenjahr bekanntgegeben.

STERNSINGEN
"Als Sternsinger bezeichnet man drei als Heilige Drei Könige gekleidete Menschen, die in der Zeit der zwölf Weihnachtstage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar und teilweise auch darüber hinaus Geld für wohltätige Zwecke sammeln. Der Brauch ist ab dem 16. Jahrhundert nachweisbar." Quelle

HAUSSEGEN
Der Segen Gottes wird über die Haustüren mit Kreide gezeichnet. Das Haus wird unter den Schutz Gottes gestellt und dies erinnert auch an das erste Paschafest, an dem die Türen mit dem Blut des Lammes gezeichnet wurden, um die Bewohner zu bewahren. Wir stellen uns unter die Erlösungsgnade in Jesus Christus, der das "Lamm Gottes" ist, das alle Sünde der Welt hinweg nimmt und in dem wir geheiligt und bewahrt sind.

Bild gemeinfrei
„Christus mansionem benedicat“ 
= „Christus segne dieses Haus“




Bild gemeinfrei
GESCHENKE DER WEISEN
Das Evangelium beschreibt die Gaben der Könige, die sie dem göttlichen Kind in der Krippe bringen.
Zu den drei Geschenken und zur Symbolik findet man hier interessante Einzelheiten: http://www.heilige-dreikoenige.de/symbolik/index.html 

Wir können diese Geschenke symbolisch deuten und sie für unser Leben konkret werden lassen - etwas, das auch wir Gott darbringen können:



  • GOLD: Es kann ein Symbol sein für unser Hab und Gut, unsere Liebe zu den Menschen mit jeder Form von Hilfe, Zuwendung ... Gold kann ein Zeichen sein für alle unsere Fähigkeiten, für den "Schatz" unserer Gaben, für die materiellen und immateriellen Gaben, die uns anvertraut sind und die wir Gott zur Verfügung stellen. Es kann auch unsere Armut sein, die wir als "besonderen Goldschatz" in aller Gegensätzlichkeit Gott hinhalten, denn vor dem Herrn wird unsere Armut zum neuen Reichtum, der ganz aus ihm schöpfen darf. Gold kann die Liebe unseres Herzens sein, die wir ihm schenken ... und vieles mehr.
  • WEIHRAUCH: Er kann Zeichen sein für unser Gebet. Unsere Zeit, die so schnell verfliegt, können wir vor allem im Gebet, in der Anbetung Gott schenken. Gott ist immer allen Lobes würdig und im Zeichen des Weihrauchs kann unsere Ehrfurcht, unsere Liebe und unsere Dankbarkeit vor Gott aufsteigen ...
  • MYRRHE: Die bittere, bewahrende und heilende Myrrhe kann ein Symbol sein für jedes Opfer, das wir aus Liebe zu Gott bringen. Nichts im Leben kann so bitter sein, dass es nicht eine Opfergabe sein könnte, die ihre heilende Wirkung entfaltet, dass man versöhnt ist auch mit dem Leid der Welt, weil es in Christus eine tiefe Teilhabe und Gnade hin zur Erlösung trägt. ...
Vielfach sind die Bilder und Deutungsmöglichkeiten der drei Gaben - und mit geisterfüllter Kreativität können wir uns diese Gaben zu eigen machen, um dem göttlichen Kind Ehre, Anbetung und Liebe zu schenken.



Gold (Bild gemeinfrei)
Weihrauch (Bild gemeinfrei)



Myrrhe (Bild gemeinfrei)






Mehr Informationen zum Hochfest:

"Das zweite Kapitel des Matthäusevangeliums (Mt 2 EU) berichtet im Rahmen der Erzählung von der Geburt Jesu Christi in Betlehem über die Verehrung des Neugeborenen durch Μάγοι ἀπό ἀνατολών (griechisch, Magoi apo anatolôn, Magier aus dem Osten).

Magoi wird im Griechischen allgemein für Magier verwendet, aber auch konkret für die sabzevarisch-medischezoroastrische Priesterkaste aus dem medischen Priesterstamm der Mager, die bei Herodot, Strabon und Philo von Alexandria erwähnt sind. Deshalb könnte an persische oder auch chaldäische Sterndeuter gedacht sein.

Nach allgemeiner Auffassung repräsentieren sie die Welt der Heiden. Sie suchen nach dem neugeborenen „König der Juden“ (V.2), ein Begriff, der bei Matthäus sonst von Römern, also von Heiden verwendet wird (vgl. Mt 27,11.29.37 EU); die jüdischen Führer verwenden einen ähnlichen Begriff, „König Israels“ (Mt 27,42 EU).

Es gibt auch die Meinung, dass diese Magier von Daniel (Prophet) und der jüdischen Gemeinde in Babylonbeeinflusst waren oder selbst als Juden dieser Gemeinde angehörten. Dann wäre ihr Interesse an den Vorgängen im wissenschaftlich und politisch nicht bedeutenden Land Israel verständlich.

Die Weisen haben den Aufgang seines Sterns beobachtet (V.2) und kommen nach Jerusalem, um dem neugeborenen König zu huldigen. Hier ist an einen persönlichen Stern und noch nicht an einen Wanderstern gedacht. Assoziationen zum Stern finden sich sowohl im Verstehenshorizont der heidnischen antiken Umwelt (Vergils Aeneis 2,694), als auch im jüdischen Umfeld (vgl. das Bileamwort aufgehenden Stern in Israel Num24,17 EU oder auch eventuell die wandernde Feuersäule in Ex 13,21 EU). Ob ein historisches astronomisches Phänomen um die Zeitenwende die Erzählung mitgeprägt hat, ist auch astronomisch umstritten, und „geht als Frage am primär symbolischen Gehalt des Sterns vorbei“.

In V.3–8 kommen die Weisen zuerst nach Jerusalem. Hier wird die Reaktion der politischen und religiösen Aristokratie auf die Geburt des Messias geschildert: „sie erschrecken“ (V.3). In V.8 beauftragt König Herodes sie sogar, zurückzukehren und ihm genau den Aufenthaltsort des Kindes zu verraten – eine Vorbereitung der Erzählung vomKindermord in Betlehem (Mt 2,16–18 EU). So weist Matthäus bereits in der Einleitung des Evangeliums auf das zentrale Motiv der Ablehnung des Messias durch sein eigenes Volk hin.

In V.9 folgen die Weisen wieder dem Stern, der jetzt als Wanderstern erkennbar ist. Er führt sie nach Betlehem und bleibt dort stehen. Im Unterschied zum Lukasevangelium (Lk 2,7 EU) ist es bei Matthäus ein gewöhnliches „Haus“ (V.10). V.10–11 sind als Kontrast zum Erschrecken der Menschen in Jerusalem gestaltet: Die Magier freuen sich und bringen ihre Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe (V.11). Dieser Vers nimmt nach überwiegender Meinung der Exegeten Bezug auf mehrere alttestamentliche Stellen:

Die Völkerwallfahrt zum Zion in Psalm 72,10–15 EU:

„10Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben. 11Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen. […] 15 Er lebe und Gold von Saba soll man ihm geben!“

Im Buch Jesaja 60,6 EU:
„Alle kommen von Saba, bringen Weihrauch und Gold und verkünden die ruhmreichen Taten des Herrn.“
Und im Hohelied 3,6 EU:
„Wer ist sie, die da aus der Steppe heraufsteigt in Säulen von Rauch, umwölkt von Myrrhe und Weihrauch, von allen Wohlgerüchen der Händler?“

Daneben dient Matthäus jedes Geschenk einzeln als Zeugnis für die Messianität Jesu: Gold als das angemessene Geschenk für den neugeborenen König; Myrrhe, eine Heilpflanze, mit der Arznei zubereitet wird, zum einen als Geschenk für den von Gott gesandten Arzt und Heiler („Heiland“), zum anderen unter Bezugnahme auf Ex 30,22–33 EU ebenso wie der dem Bereich des Tempels zugeordnete Weihrauch als Geschenk für den zukünftigen Hohepriester Israels.

Friedrich von Spee dichtet um 1623 „die Myrrh’ auf seine Menschheit wies“. Die Myrrhe ist dann nicht Zeichen für den Heiler, sondern Zeichen für den Menschen oder das menschliche Kleinkind, die Salbe aus Heilpflanzen brauchen.

Danach sorgt V.12 nur noch dafür, dass die Weisen nicht zu Komplizen des Herodes werden und Jesus verraten. Anschließend verschwinden sie aus dem Mätthäusevangelium, „ein weiteres Interesse an ihnen besteht nicht“."