Dienstag, 13. Dezember 2011

Ein adventliches Herz bekommen - Lernen von Maria und Josef

Foto (c) Doreén Knopf / Michaela Voss
Wenn wir Gottes Herrlichkeit schauen wollen, dann dürfen wir von Maria und Josef lernen, wie wir nach der Wahl Gottes und der Gnade des Augenblicks Ausschau halten lernen.


Die erste Zeit des Advent - vor ca. 2000 Jahren - war so gar nicht süß und besinnlich, wie wir das heute oft darstellen und in übertriebener Sucht nach Wohlsein und frommen Gefühlen feiern wollen.

Wenn wir an die Seite Mariens treten, dann sind die letzten 2 Wochen vor der Geburt Jesu alles andere, als besinnlich, "punsch-selig" und vom "Duft süßer Zimtplätzchen und Glühwein" erfüllt!

Maria hatte sicher in Nazareth alles liebevoll hergerichtet und voll Ehrfurcht vor dem Geheimnis Gottes und in tiefer Mutterliebe für die Geburt Jesu alles getan, was nur irgend möglich war.
Und dann kommt da die irrsinnige Idee der Volkszählung, die alles sprengt und durcheinander bringt, was man "geplant" hat, was bereitet ist, worauf man sich einstellen konnte ...

Kurz vor der Geburt - bricht alle Geborgenheit, alle Sicherheit, aller Schutz, ... einfach alles weg, weil die Heilige Familie von Daheim weggehen muss, einem Menschen gehorchen muss, der sich etwas in den Kopf gesetzt hat, ...
Wie unfassbar ist das!? Wie würden wir da reagieren?


Foto (c) Michaela Voss
Die Leute jammern jedes Jahr aufs Neue, dass doch im Advent die Besinnlichkeit zu kurz kommt, dass alles so hektisch wird, dass der Konsum so schrecklich sei, ... und je frommer es sich anhören soll, umso mehr wird kritisiert und gemeckert und geklagt, über die "... ach so böse und unchristliche Welt".

Und Maria? Und Josef?
Hört man da in der Schrift Gejammer, Anklage, Vorwürfe?
Findet sich in der Schrift ein Hinweis, dass sie sich furchtbar über den "Herrscher", über die Unannehmlichkeiten, über all das aufgeregt haben, oder einen Grund gesucht haben, um nicht gehorchen zu müssen, dass sie eine Ausnahmeregelung beantragt hätten, ...?
Haben sie an Gott gezweifelt, weil er zulässt, dass all das geschieht, weil er nicht verhindert hat, dass diese Volkszählung zu genau diesem Zeitpunkt stattfindet ...?

Es ist so einfach, über alles nur zu jammern und zu klagen, an allem herumzunörgeln und immer einen Grund zu haben, warum man unzufrieden sein kann und wo man unter Beweis stellen kann, dass man es so viel besser machen würde, dass man es so viel besser finden würde, wenn...

Aber so war der Advent nicht und soll es auch nicht sein!

Wie können wir von Maria lernen,
  • in allem den Willen Gottes zu ehren,
  • alles zu Seiner Ehre anzunehmen und
  • aus allem eine Gnade werden zu lassen,
  • weil wir wie sie zuerst Gott suchen,
  • zuerst nach dem unbegreiflichen Heilsplan Gottes ausschauen ...???
Wie können wir von Maria und Josef lernen,
dass man immer eine Wahl hat, die uns erlaubt - völlig unabhängig von den äußeren Umständen - im Herzen ganz bei Gott zu weilen?

Wie können wir von Maria und Josef lernen,
wie man jeden Augenblick des Lebens gleichsam "vergoldet" - unabhängig von unseren Befindlichkeiten und Vorlieben, unabhängig von unseren Vorstellungen und den Gegebenheiten?

Wie können wir von Maria und Josef lernen, dass wir zuerst - immer zuallererst - danach fragen, was Gott gewählt hat!?
Wenn Gott gewählt hat - wie können wir das kritisieren und bejammern, was er selbst erkoren hat, zum Geheimnis der Erlösung?

Maria und Josef haben danach Ausschau gehalten, was Gottes unbegreifliche Liebe gewählt hat und diese Wahl haben sie voll Ehrfurcht und in großer Demut auch im ersten "Nicht-Begreifen" einfach umarmt und angenommen.

Die Rebellion gegen Alles und Jedes - ist eine Folge der Sünde und hinterlässt immer eine Spur der Zerstörung, des Schmerzes, des Unglücks und der Bitterkeit ...

Das staunende Ausschauen nach der "Gnade des Augenblicks" (mein Lieblingswort) hingegen - ist eine Quelle der Freude, der Befreiung, des Jubels über ungeahnte und unerwartete Liebesbeweise Gottes, die wir erst aufleuchten sehen, wenn wir den Blick erheben, statt immer in den dunklen "Löchern dieser Welt" mit unserem verdunkelten Blick "herumzubuddeln".


Heiliger Advent!

Zeit, den Blick zu erheben
und in jedem Augenblick nach der Wahl Gottes,
nach Seinem Plan, nach Seiner Liebe ... zu fragen.

Dann wird sich uns auch das Weihnachtsgeheimnis offenbaren!

(c) 13.12.2011 Michaela Voss