Freitag, 16. Dezember 2011

17. Dezember aus www.evangelium-vom-tag.de


Betrachtung
 

Mit dem heutigen 17. Dezember beginnt gleichsam die "Hochphase der adventlichen Zeit" und auch die oben erwähnten O-Antiphonen im Brevier.
"O WEISHEIT aus dem Mund des Allerhöchsten"
 Was sich den gesamten Advent hindurch zieht, wird heute in seiner ganzen Gegensätzlichkeit und dem großen Spannungsbogen auf neue Weise erfahrbar. 
Von Anbeginn - bis zum Ende
in Kraft - und Milde
Weisheit Gottes - Torheit der Welt
Löwe von Juda - und Lamm Gottes
Kampf - und Friedensfürst
Herrscher - im Stall
König - mit Dornenkrone
Gott - und Mensch
...
Die Weisheit Gottes - der Mund des Allerhöchsten.
Wir wurden die letzten Wochen darauf vorbereitet, immer neu wurden unsere Augen geschult, der Blick unseres Herzens neu ausgerichtet und emporgehoben ... was werden wir sehen?
Die Weisheit Gottes - der Mund des Allerhöchsten.
Werden wir das Gebrüll des Löwen vernehmen - der den Tod erschreckt ...? Oder werden wir die Liebe vernehmen, die in Milde und Güte uns lockt?
Wird uns die Weisheit Gottes in ihrer Unbegreiflichkeit zur Rebellion verleiten, so dass wir gleichsam mit unserem Unverständnis um uns schlagen ... - oder werden wir der Weisheit staunend lauschen und den Kuss der Liebe Gottes empfangen, die im Wort Gottes uns anrühren will?
Wird uns das Wort Gottes zum brüllenden Löwen, der uns Furcht einjagt, oder zum Mund des Geliebten der uns zärtlich ruft?
Der Antwortpsalm preist Gottes Gerechtigketi, die wir doch oft so sehr fürchten und sie zum Gegenteil seines Erbarmens entstellen in unseren voreingenommenen ...
 (zum Weiterlesen bitte auf "weitere Informationen" klicken)
Gedanken, die immer von sich auf Gott schließen wollen, statt die Wahrheit zu kennen, nämlich - dass wir von Gott her auf uns schließen dürfen!
Der Psalm will uns helfen, diese wahre Gerechtigkeit Gottes zu erahnen, wenn den Armen Recht geschieht, wenn die Berge Frieden tragen.
Was muss das für ein Friede sein, dass die hohen Berge ihn tragen? Wie groß, wie mächtig, wie gewaltig - denn warum sonst werden die Berge als Träger genannt und nicht ein kleiner Strauch, an den man einen "leichteren Frieden" einfach "hinhängen" könnte!?
Berge tragen Frieden für das Volk! Wie gewaltig!
Der Sohn des ewigen Königs, der Gottessohn verschafft den Gebeugten Recht und hilft den Kindern (der Armen)!
Was für ein König! Und wir sind adoptiert! Wenn Gott der König ist und wir die Königskinder in der heiligen Taufe wurden - dann ist das königliche Pflicht, königliches Handeln und dann sind auch wir gewürdigt, dem König ähnlich zu werden und den Gebeugten Recht zu verschaffen und den Kindern der Armen zu helfen.
Wie ist das gemeint? Wie kann das möglich sein?
Das ist der gewaltige Ruf an uns alle, dass wir nach dem Recht - nach dem Guten ausschauen, nach dem, was den Anderen aufrichtet, ihn aus der gebeugten, furchtsamen, gebrochenen, mutlosen und gedemütigten Haltung aufrichtet und die Würde verleiht!

Wie vielen Menschen dürften wir Würde verleihen, wenn wir in ihnen die Gnade suchen - statt die Fehler!?

Wie vielen Menschen könnten wir ein Wunder der Gnade schenken, wenn wir ihnen zeigen, welche Würde sie haben, sie aufrichten - statt sie zu demütigen, sie nackt zu entblößen, wenn wir ihre Schwächen überall mit unserer lieblosen, schnellen Kritik preisgeben ...!?

Wir haben Königskinderwürde! Sehen wir dies doch in uns und vor allem auch im Gegenüber!

Bei einer Taufkatechese eines ca. 9-jährigen Mädchens haben wir den Ritus der Chrisamsalbung versucht so zu erklären: Diese heilige Salbung schenkt im Zeichen etwas ganz Kostbares - eine "Krönung", denn mit der Taufe sind wir echte "Prinzessinnen und Prinzen" im Königshaus des himmlischen Vaters. In der Taufe und in der Salbung mit Chrisam sind wir "gekrönt" und besiegelt zum Zeichen, dass wir nun für alle Ewigkeit ein unsichtbares Merkmal tragen - die "Krone der Kinder Gottes".
Diese Krone kann jeder heilige Engel und der ganze Himmel von da an sehen und wird uns als Prinzessinnen und Prinzen verteidigen und schützen und leiten, wenn wir das erlauben und darum bitten ...
Es ist die unsichtbare Krone unserer Würde als Ikonen Gottes - sehen wir sie denn?
Die Gerechtigkeit Gottes ist nicht das Gegenteil des Erbarmens, sondern beide sind untrennbar!
Hier blüht die Gerechtigkeit, spricht der Psalmist von Frieden, bis der Mond nicht mehr da ist, von Meer zu Meer, vom Strom, bis zu den Enden der Erde.
Wie mächtig will uns das Wort hier durchströmen, um unsere Sehnsucht zu entfachen, dass wir doch wahrhaftig den Blick erheben und unsere ganze Würde, unsere Hoffnung, unser Heil aus dem Anblick des Antlitzes Gottes schöpfen und in Christus zum Lob, zur heiligen Antwort werden, die den Herrn preist, weil er groß und heilig, gerecht und gut ist!
Alle Völker sollen ihn preisen und in ihm gesegnet sein!
Alle Völker! Denken wir dabei nicht nur an die Völker, die auf Erden bisher gezählt wurden, sondern denken wir auch an die "Kinder (der Armen)", an die vergessenen Völker von Kindern, die nicht leben dürfen, die dem Tod geweiht sind, noch bevor sie geboren werden. Denken wir an die furchtbare Not der Völker von Kindern, die im frühsten Stadium ihrer Existenz gefangen sind und nicht leben und nicht sterben können, weil sie eingefroren sind, in den Kryoeinheiten der Fertilisationslabors!

Völker - ganze Völker können weder leben noch sterben!
Schenke wir ihnen Recht und Hilfe, Friede und Segen, ... wenn wir in Jesu Namen heute für sie flehen, und im Erlöser jene Völker segnen; (www.gebet-für-die-ungeborenen.de)
Damit Gerechtigkeit aufblühe in unseren Tagen und Friede werde unter den Menschen und das Lob Gottes nicht mehr verstummen mag, weil der Herr sich aller Völker erbarmt!
Wenn wir im Evangelium den Stammbaum Jesu hören, dann sind wir gerufen, wahrhaftig hinzuhören!
Über Generationen und Generationen wird in mystischen Zahlenreihen von 3 x 14 eine Aussage gemacht, die ganz und gar nicht "langweilig" und "überflüssig" ist, wie mancher beim Hören dieses Evangeliums wohl denkt!
Im Gegenteil - im Geheimnis erstrahlt das Geheimnis!
Abgesehen davon, dass im Hebräischen Zahlen und Buchstaben austauschbar sind leuchtet hier in den Aufzählungen der Geschlechterreihen auch eine kostbare Verheißung auf, die uns sagen will, dass Jesus über alleVölker, alle Generationen, ... das Heil ausgießen will, weil er der verheißene Messias und Heiland ist, der ewige, göttliche König aller Zeiten und aller Geschöpfe.
Kurz zu den Zahlenreihen eine kleine Erklärung:
Die Zahl 14 z.B. ist synonym mit dem Namen David und
3 als göttliche Zahl wird hier in der Kombination von 3x14 Generationen zum Zeichen der göttlichen Königswürde Jesu.
Auch die Zahl 2, die hier mit 7 multipliziert zu 14 wird, kann gedeutet werden: 2, die als Symbol Polarität und  Gegensätzlichkeit, ja Trennung darstellt, z.B. den Bruch des Menschen mit Gott, ...
wird dann mit der Zahl 7 multipliziert, die Ganzheitlichkeit, Vollkommenheit, Fülle darstellt.
Der gebrochene Mensch wird in Christus gleichsam mit Gott wieder geeint und das geschieht durch das Geschlecht aus dem Stamm David (dessen Name wiederum bereits in sich diese Einigung in der Zahl 14 im Besonderen trägt: 2x7=14=DAVID)
Hören wir hin - lassen wir uns vom Geist Gottes die Weisheit schenken, die heute in den O-Antiphonen gepriesen wird, denn allein die Weisheit Gottes kann uns das Geheimnis Gottes erschließen und uns mit dem Glanz dieser Herrlichkeit und Verheißung erfüllen.
Beten wir für ALLE Völker um den Geist Gottes, der lebendig macht, der uns zu Kindern Gottes macht und in dem wir erst durch Christus rufen dürfen: "Abba! Vater!"
(vgl. Joh 6,63; Röm 8,15; Gal 4,6)
Was für ein anmutiges Zusammenfließen und Überfließen, was für ein leuchtendes Geheimnis ... heute die Lesungen der heiligen Messe durchströmen will,
wenn wir mit einem kindlichen Herzen danach ausschauen und staunend auch das Unbegreifliche der Weisheit Gottes wirken lassen ...!
(c) 16.12.2011 Michaela Voss