Dienstag, 29. November 2011

MARIA - im Advent


Domenikos Theokópoulos
Die Jungfrau der unbefleckten Empfängnis
Quelle
Aus dem Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie (Quelle Kathpedia 30.11.2011)
 
Die Jungfrau Maria im Advent

101. In der Adventszeit feiert die Liturgie oft und auf beispielhafte Weise die selige Jungfrau (115):
  • Sie erinnert an Frauen des Alten Bundes, die Vorbild und Prophezeiung ihrer Mission waren.
Sie preist die Haltung des Glaubens und der Demut, in der Maria aus Nazareth ohne Zögern und radikal den Heilsplan Gottes annahm.
  • Sie hebt ihre Bedeutung für die Gnadenereignisse, die der Geburt des Erlösers vorausgingen, hervor.
Auch die Volksfrömmigkeit wendet in der Adventszeit der heiligen Maria besondere Aufmerksamkeit zu. Das zeigen verschiedene Andachtsübungen, vor allem die Novenen zum Fest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau Maria und zu Weihnachten.

Die Bedeutung des Advent “als besonders passende Zeit für die Verehrung der Mutter des Herrn” (116) heißt aber keineswegs, diese liturgische Zeit als “Marienmonat” zu begehen.

In den liturgischen Kalendern des christlichen Ostens ist die Zeit der Vorbereitung auf das Geheimnis der Erscheinung (Advent) der göttlichen Erlösung (Theophanie) in den Geheimnissen der Geburt / Epiphanie des eingeborenen Sohnes Gottes des Vaters besonders marianisch geprägt. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Vorbereitung der Ankunft des Herrn im Geheimnis der Gottesgebärerin. Für den Osten sind alle marianischen Geheimnisse christologische Geheimnisse, das heißt auf das Geheimnis unserer Erlösung in Christus bezogen. So singt man während dieser Zeit im koptischen Ritus das Lob Mariens in den Theotokia. Im syrischen Osten wird die Zeit Subbara, das heißt Verkündigung, genannt, um auf solche Weise ihre marianische Gestalt zu unterstreichen. Im byzantinischen Ritus bereitet man sich auf Weihnachten mit einer zunehmenden Reihe marianischer Feste und Lieder vor.

102. Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8. Dezember) wird von den Gläubigen besonders wahrgenommen. Es erweckt viele Formen der Volksfrömmigkeit, deren besonderer Ausdruck die Novene zur Unbefleckten Jungfrau Maria ist.
 Zweifellos passt der Inhalt des Hochfestes als Vorbereitung auf die Geburt Jesu gut zu einigen tragenden Themen des Advent: Das Fest erinnert auch an die lange messianische Erwartung, die Prophezeiungen und Symbole des Alten Testaments, die auch in der Liturgie der Adventszeit vorkommen.

Wo die Novene zur Unbefleckten Jungfrau Maria gefeiert wird, muss man dies im Licht der prophetischen Texte tun, die mit der Prophezeiung von Genesis 3,15 beginnen und in den Gruß Gabriels an die “Gnadenvolle” (Lk 1,28) und die Verkündigung der Geburt des Erlösers münden (vgl. Lk 1,31-33).

Von vielfältigen volkstümlichen Äußerungen begleitet, feiert man in Amerika kurz vor Weihnachten das Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe (12. Dezember). Es kann die Bereitschaft fördern, den Heiland zu empfangen: Maria, “zutiefst mit der Geburt der Kirche in Amerika verbunden, war der strahlende Stern, der die Verkündigung Christi des Erlösers den Kindern dieser Völker erleuchtete.” (117)