Sonntag, 20. November 2011

Das Liturgische Jahr

Das Liturgische Jahr (römisch-katholisch)



Vereinfachte Darstellung des liturgischen Jahres.


In zwei Liturgiereformen (1951 und 1956) wurden Oktavfeiern zwischen Ostern und Pfingsten gestrichen, so dass die österliche Freudenzeit wieder durchgehend bis Pfingsten reicht. Die meisten überlieferten mittelalterlichen Herren-, Marien- und Heiligenfeste wurden beibehalten, nur „Namen Jesu“ und „Kostbares Blut“ wurden nicht in den erneuerten Kalender übernommen.
Die Grundordnung des Kirchenjahres von 1969 enthält den heute gültigen
liturgischen Kalender der römisch-katholischen Kirche. Er gliedert das Kirchenjahr in drei Hauptteile:
  • Weihnachtszyklus: vier Adventssonntage, den Weihnachtstag mit seiner Oktav und zwei Sonntage nach Weihnachten
  • Passions- und Osterzyklus: Fastenzeit, die Heilige Woche mit dem Triduum Sacrum, der Ostertag mit seiner Oktav und sieben Sonntage bis Pfingsten
  • „Zeit im Jahreskreis“ vom Fest der Taufe des Herrn bis Aschermittwoch sowie vom Pfingstmontag bis zum 1. Advent.
In diese Struktur sind die Herren-, Marien- und Sonderfeste eingeordnet. Die Sonntage des Jahreskreises außerhalb der Festkreise werden vom Fest Taufe des Herrn (Nr. 1) bis zum Hochfest Christkönig (Nr. 33/34) durchgezählt. Fallen bestimmte Hoch- oder Herrenfeste auf einen dieser Sonntage, dann verdrängen diese den Sonntag im Jahreskreis. Die Leseordnung umfasst Schriftlesungen für die Heiligen Messen und die Feier des Stundengebets an allen Tage des Kirchenjahres.
Besonderheiten der Weihnachtszeit sind:
  • Der Heiligabend wird nach dem Missale Romanum mit der Christmette gegen Mitternacht als Vigil des Christtages gefeiert.
  • Das Weihnachtsfest wird mit einer Oktav begangen.
  • Der 26. Dezember ist dem Gedenken des ersten Märtyrers Stephanus gewidmet,
  • der 27. Dezember dem Gedenken des Apostels und Evangelisten Johannes
  • der 28. Dezember dem Kindermord von Betlehem (Unschuldige Kinder),
  • der folgende Sonntag oder 30. Dezember der Heiligen Familie,
  • der 1. Januar der Gottesmutter.
Das Fest der Taufe des Herrn am Sonntag nach dem 6. Januar und das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel, volkstümlich „Mariä Lichtmess“ genannt, am 2. Februar gehören nicht mehr zur eigentlichen Weihnachtszeit, sind aber inhaltlich mit ihr verbunden.
Besonderheiten der Osterzeit sind:
  • Die Fastenzeit, auch „österliche Bußzeit“ genannt, beginnt am Aschermittwoch und umfasst fünf Fastensonntage und die am Palmsonntag beginnende Karwoche.
  • Am Gründonnerstag wird in den Bischofskirchen die Chrisammesse gefeiert. Diese kann auch auf einen anderen osternahen Tag vorverlegt werden.
  • Mit der abendlichen Feier des Letzten Abendmahls am Gründonnerstag beginnt das Triduum Sacrum, auch österliches Triduum genannt, das mit der Vesper des Ostersonntags endet.
  • Am Nachmittag des Karfreitags wird die Feier vom Leiden und Sterben Christi begangen.
  • Am Karfreitag und Karsamstag wird keine Eucharistiefeier gefeiert, und außer im Notfall werden keine Sakramente gespendet.
  • Am Karsamstag wird als Tag der Grabesruhe Christi seit dem Mittelalter Jesu „Abstieg in das Totenreich“ gedacht. An diesem Tag finden außer dem Stundengebet keine Gottesdienste statt.
  • Das Osterfest beginnt mit der Feier der Osternacht, die entweder am Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit oder am Sonntagmorgen vor Sonnenaufgang begangen wird.
  • Ostern hat eine Oktav bis zum Weißen Sonntag.
Weitere Herrenfeste im Jahreskreis sind:
  • 25. März: Verkündigung des Herrn
  • Sonntag nach Pfingsten: Dreifaltigkeitsfest
  • Donnerstag der zweiten Woche nach Pfingsten: Fronleichnam
  • Freitag der dritten Woche nach Pfingsten: Heiligstes Herz Jesu
  • 6. August: Verklärung des Herrn
  • 14. September: Kreuzerhöhung
  • 9. November: Weihetag der Lateranbasilika.
Weitere Feste und Gedenktage werden teilweise nur in einzelnen Regionen, Diözesen, Ordensgemeinschaften oder einzelnen Kirchen gefeiert.



Keine Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit dieser Ausführungen. Quelle ist oben benannt.